Aufsatz 
Die wichtigsten Grundregeln gesunder Lebensführung für die Jugend / von Dr. Karl Endemann, Direktor des Königl. Gymnasiums zu Dillenburg
Entstehung
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IV. Die wichtigſten Regeln über ohnung, Nahrung und Kleidung.

1. Wohnung. Eine geſund gelegene, Licht und Luft zugängliche Wohnung iſt von größter Wichtigkeit für die Geſundheit. Wohne möglichſt nicht in engen Gaſſen, in düſterem Hauſe, in Nachbar ſchaft verkommener Menſchen.Wohne über deinem Stande; kleide dich nach deinem Stande, unter deinem Stande, gab ein Vater ſeinem Sohne als wichtige Lebensregel mit.

Eine ſcheinbar billige Wohnung kann leicht die allerſchädlichſte und allerteuerſte ſein.

Laß Luft, Licht und Sonne ins Zimmer! Sie ſind die ſtärkſten Feinde aller Krankheitsbazillen. Der Staub enthält Gift für die Lunge und oft Anſteckungsſtoffe gefährlichſter Art. Oeffne darum häufig das Fenſter! Saubere helle Vorhänge ſind wünſchens wert, für die Nacht auch wohl dunkle Zuggardinen aus nicht ſchwerem, nicht ſtaubfangendem Stoffe.

Halte dein Stübchen nicht nur ſauber, ſondern auch alles, was darin iſt, in Ordnung, daß du im Notfalle jeden Gegen ſtand auch in der Dunkelheit finden kannſt.

2. Kleidung. Die Kleidung richtet ſich natürlich nach der Jahreszeit. Sie iſt luftiger, leichter, wohl auch heller im Sommer, ſchwerer dagegen, geſchloſſener, dunkler im Winter. Helle Stoffe ſaugen die Sonnenſtrahlen weniger leicht ein.

Wechsle möglichſt oft deine Wäſche. Von ihrer Reinheit hängt die Geſundheit vielfach ab. Die Unterjacken und Unterbeinkleider, beſonders auch die Strümpfe, ſeien aus poröſen Stoffen, welche die Ausdünſtung des Körpers erleichtern. Trage im Sommer mehr baumwollene, im Winter wollene Strümpfe.

Der Hals ſei ſtets möglichſt frei, im Sommer wohl auch der oberſte Teil der Bruſt(nach Art der Matroſenanzüge).

Auch der Kopf ſei möglichſt frei. Geh tunlichſt oft ohne Kopfbedeckung, nie aber bei Sonnenſchein.