Aufsatz 
Die wichtigsten Grundregeln gesunder Lebensführung für die Jugend / von Dr. Karl Endemann, Direktor des Königl. Gymnasiums zu Dillenburg
Entstehung
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II. Hllgemeine Gelundhheitsregeln.

(Bemerkung: Die folgenden Regeln ſetzen normale Geſundheits⸗ verhältniſſe voraus; in allen beſonderen Fällen iſt der Rat eines erfahrenen Arztes einzuholen. Balte dich fern von allen, auch noch ſo ſehr angeprieſenen Mitteln, die dir nicht von ärztlicher Seite empfohlen ſind. Du kannſt deiner Geſundheit damit ſchweren Schaden tun.)

Die wichtigſten Grundregeln zur geſunden Lebensführung ſind folgende:

1. Zur Geſundheit ſind vor allem nötig: Licht, Luft, Sonne. Dieſe Naturkräfte, ohne die wir nicht leben können, mußt du auf dich in rechter Weiſe und in rechtem Maße wirken laſſen.

Lebe nach Möglichkeit in der Natur!

Die Natur reinigt und ſtärkt Seele und Leib. Suche, ſo oft deine Arbeit es zuläßt, den Wald auf, den ſteten Jungborn deutſcher Kraft. Waldesrauſchen, Waldesſchweigen, Waldesleben und Waldes⸗ einſamkeit waren von jeher die Quelle germaniſcher Kraft und germaniſcher Gemütstiefe. Suche auch auf Feld und Flur, die Nähe von Fluß und See; ſie ſpenden Friſche und Nervenkraft; in der Natur ſpricht Gott unmittelbar zu uns; belebend iſt ihr Hauch für Leib und Seele. Moltke erklärte in ſeinem hohen Alter, nur dadurch geſund geblieben zu ſein, daß er täglich, auch bei ſchlechtem Wetter, in der Natur ſich aufhielt.

Laß ſtets von Zeit zu Zeit, namentlich auch im Winter, friſche Luft in dein Zimmer; ſtelle im Winter Waſſer zum Ver dunſten auf den Ofen, damit die Luft nicht zu trocken ſei. Sorge, daß es im Zimmer weder zu heiß noch zu kalt iſt(im Winter nicht über 18 Grad Celſius= 15 Grad Reaumur).

2. Reinlichkeit, Sauberkeit, in jeder Hinſicht, in Wohnung, Kleidung und Nahrung, in der geſamten Lebensführung, nament⸗ lich auch im geiſtigen Sinne, Reinheit und Keuſchheit der Seele.

Halte dein Zimmer, deine Kleider, deinen Körper möglichſt rein von Staub und Schmutz!