— 9—
zurückgekaufte Teil derſelben für alle Zeiten dem Wigand oder ſeinen Erben, es ſei denn, daß dieſe freiwillig ſie verkaufen wollten; die Juden ſeien nach Verlauf von 10 Jahren, alſo nach dem 25. März 1333, des Wiederkaufsrechtes verluſtig.
Es ſcheint, daß die jüdiſche Gemeinde dieſe Rente innerhalb der gegebenen Friſt zurückgekauft und dafür eine ewige mit einem geringeren Zinsfuße, nämlich mit 5% verkauft habe. Zwanzig Jahre nach dem Verkauf der erſten Rente, im Jahre 1336, befindet ſich nämlich ein hieſiger Bürger, Heinrich Schrenke von Gerlachtsheim, im Beſitz einer auf den oben bezeichneten Liegen⸗ ſchaften vf der Jden schule vf deme schúlhoue vnd vf den husen vnd houe die zuͤ der schüle vnd dem schulhoue horent in der stad vnd vf der Júden kirchhoff vnd vf die hůs die zu dem Juden kirchoffe gehorent vzwendig der stad zu Frankeinford ¹) ruhenden ewigen Rente von fünfzig Pfund Heller oder fünfzig Goldgulden, die er für ein Kapital von 1000 Pfund Heller oder 1000 Goldgulden erworben hatte, und die er um denſelben Preis wieder verkauft. In dem Verkaufsbriefe wird unter Bezugnahme auf frühere Urkunden(zu alle dem rechte als die bryeue sprechint di dar vbir gegebin sint under der stede ingesigel zu Frankford) die Zeit der Zinszahlung, die Buße bei verzögerter Zinszahlung, endlich das Recht, im gegebenen Falle Synagoge, Synagogenhof und Kirchhof zu verſchließen, genau ſo angegeben wie in der Urkunde vom 15. October 1316.²)
Dieſe Rente, welche 1336 in einer Hand war, wurde ſpäter geteilt; 1364 wird von Ganerben geſprochen, die zu dieſen 50 Pfund Heller gehören. In einer Urkunde vom Jahre 1364 verfügt nämlich Herdan von Alpach, ein Knappe aus adeligem Geſchlecht, über eine Rente von 12 Mark, die auf der Juden Schule und Kirchhof„liegen geblieben“, alſo über den Reſt einer Rente; er fügt dazu eine Rente von 4 Mark,„die wir auf dem Flecken haben, der zu der Juden Schule gehörte“, und beſtimmt, daß die 16 Mark von ihm und ſeinen Ganerben ³) ſo geteilt werden ſollen, wie ſie früher die 50 Pfund Heller geteilt haben, die ſie einſt auf der Synagoge und dem Friedhofe be⸗ ſeſſen haben.4¹) Auch die Stadt iſt ſchon 1363 im Beſitz von 12 Marks) und erwirbt 1375 für 26 Gulden 16 Schilling ein Dritteil und ein Achtzehnteil einer Rente auf denſelben Liegen⸗ ſchaften. ⁵)
Zwiſchen den Jahren 1336 und 1364 lagen aber für die Frankfurter Juden wichtige und ver⸗ hängnisvolle Ereigniſſe.
Im Jahre 1349 am 25. Juni verpfändete Kaiſer Karl IV. für 15200 Pfund Heller dem Rat und den Bürgern von Frankfurt die Juden, ihr Hab und Gut, ihre Höfe und Häuſer, ihren
¹) In der Urkunde von 1316 iſt von einem Hauſe auf dem Schulhof noch nicht die Rede, das mag wohl inzwiſchen gebaut worden ſein.
2²) S. Anhang No. 2.
*) Hier Geſamterben, nicht als Corporation, wie es ſich in der Folge ausbildete.
4) Anhang No. 3.
*) Battonn IV, 17 G. Br. 1363 zwölff marg geldes gelegen uff de Schulhoffe uf dem fleckin und hoffe- stedin und was darzu gehorit... und uf dem Judenkirchhoffe uf husen hoffestedin und garten und was darzu gehorit gelegin uff dem Fischerfelde. Stadtrechenbuch v. 1374 Fol. 57v unter bysundern eynopelingen usgebin.
⁶) Ibid. 1375 sabbato ipso die Fabiani et Sebestiani: Item XXVI gulden XVI B. Wernher von Echezyl als wir gutlichen mit ihme gerichtet worden vmb eyn sestetyl vnde vmb eyn Dritteil eyns sestenteyles an der Judenschule vnde Judenkirchhoffes nach des brieffes sage den wir dar vbir habin.


