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verſtand, die Lakedämonier gefangen nehmen, die Lakedämonier, die ſterben, ſich aber niemals ergeben!
Kleon wird nun durch Abſtimmung zum Strategen gewählt, geht mit den Truppen ab und ſchließt ſich in Pylos klug an Demoſthenes, der als Mitſtratege vom Volke beſtätigt war, an. Wenn auch der Erfolg, der erreicht wurde, in erſter Linie dem muthigen und umſichtigen Feld⸗ herrn Demoſthenes zu verdanken war, ſo geht doch aus der Erzählung bei Thukydides auch her⸗ vor, daß die Truppen, die Kleon mitgebracht, nicht wenig zum Gelingen beitrugen; daß alſo der Demagoge mit Urheber des Ereigniſſes war, welches bis auf dieſe Zeit zu den glücklichſten und erfolgreichſten des ganzen Krieges gehörte.
Und erfolgreich war doch ohne Zweifel die Gefangennahme der Lakedämonier; denn einmal dienten die Spartaner den Athenern als Bürgſchaft für ihr Gebiet gegen einen neuen Einfall und dann verſchafften ihnen dieſelben für den Fall, daß ſie ſelbſt Frieden ſchließen wollten, die Möglichkeit eines günſtigen Uebereinkommens.
Unſer Gewährsmann Thukydides bleibt aber auch nach der Rückkehr des Kleon mit den Gefangenen bei der Behauptung, das Verſprechen ſei ein wahnſinniges geweſen, jedenfalls weil er der feſten Ueberzeugung war, daß die Spartaner nur mit den Waffen in der Hand tapfer kämpfend fallen würden. ¹) Kleon hatte ja aber verſprochen, er werde ſie entweder gefangen nehmen oder tödten. Uns ſcheint es nun auch keineswegs unſinnig zu ſein, wenn Jemand, der weiß, daß Demoſthenes eine Landung beabſichtigt, daß derſelbe nur Verſtärkung nöthig hat, verſpricht, mit letzterer und den Truppen in Pylos unter der Leitung des bedeutenden Feldherrn, mit zuſammen 10,000 Kriegern, 420 eingeſchloſſene Spartaner, die keine Ausſicht auf Merſtäreng und ſühe Zufuhr von Lebensmitteln hatten, zu überwältigen.
Werfen wir nun einen Blick auf das Benehmen des Nikias und der„Verſtändigen“, ſo werden wir finden, daß dieſe, getrieben durch Parteihaß, ſich ein Vergnügen daraus machen, ihren Feind in eine Stellung hineinzudrängen, in der er, wie ſie hofften, umkommen würde, ohne zu bedenken, daß ſie damit den Erfolg eines wichtigen Unternehmens nicht nur, ſondern auch das Leben vieler ihrer Mitbürger in Frage ſtellten. Nikias mußte, wenn er auch in ſeiner unpatrio⸗ tiſchen Aengſtlichkeit das Unternehmen für gewagt hielt(er war ſtets auf Wahrung ſeines Glückes bedacht), den Oberbefehl übernehmen, daß er es nicht thut, ſondern ſeiner perſönlichen Schaden⸗ freude Raum gibt, kennzeichnet ihn als ſchlechten Patrioten, der eigenen Vortheil dem Wohl des Staates vorſetzt.—
Die Niederlage bei Delion 424 hatte den Athenern eine tiefe Wunde geſchlagen; noch mehr aber wurde ihre Herrſchaft erſchüttert, als es dem entſchloſſenen, beweglichen, unſpartaniſchen Braſidas gelang, Akanthos, Stagiros und Argilos, ja auch Amphipolis, die koſtbarſte der fremden Beſitzungen Athens, die wegen ihres Handels und ihres Reichthums an Metall und Schiffsbau⸗ holz ſehr wichtig war, in ſeine Gewalt zu bringen. Durch dieſe Ereigniſſe war die Friedenspartei, die nach den Vorgängen von Sphakteria ihr Haupt nicht hatte erheben können, wieder empor gekommen. Die Spartaner fürchteten die Folgen der Befeſtigungen von Pylos, Kythera und wollten auch ihre Gefangenen befreien, und ſo kam es, daß im Jahre 423 ein Waffenſtillſtand
¹) Thuk. IV, 40. rous 7aν Arsdathioviovs ours ³νμρ OOν αἀάjnd⸗νν ouᷣdenuiq Aeiou; ra ôrla ada- Soupat, 4234 Ovraς*αl—⁵μαάεe νονς ς ⁸εsνeνυανο αᷣποʒνε½.


