— 2—
Die Prüfung, ob die Fernröhre genau in einer verticalen Ebene ſich auf⸗ und nieder⸗ bewege, findet ganz einfach in der Weiſe ſtatt, daß man, nachdem der Horizontalkreis genau horizontal geſtellt worden iſt, ein entfernt aufgehängtes Bleiloth einviſirt und beobachtet, ob dasſelbe in der Mitte des lichten Zwiſchenraumes der beiden Verticalfäden des Fadenkreuzes bleibt, wenn man die Fernröhre auf⸗ und nieder bewegt.— Wenn dabei ſich zeigen ſollte, daß die Verticalfäden nicht in ihrer ganzen Ausdehnung mit dem Lothe zuſammenfallen, ſo lockere man den feſten Anſchluß der Schrauben m und n(Fig. 11 a, ſ.§. 14) ein wenig und bewirke vermittelſt derſelben die erforderliche verticale Drehung der in die Fernröhre einge⸗ laſſenen Segmente, bis die Verticalfäden die richtige Lage erhalten haben, worauf die Schrauben wieder angezogen werden.
Es ſtelle ACBD den Horizontalkreis des Theodoliten in horizontaler Lage vor(Fig. 25), 0 ſei ſein Mittelpunkt und A der Nullpunkt der Theilung. FOC ſei die geneigte Ebene, in welcher die Längenaxe der Fernröhre beim Einviſiren eines Signales I. ſich auf⸗ und nieder⸗ bewegt, und FOB ſei die durch den einviſirten Schenkel gelegte verticale Ebene. Es bezeichne a die beim Ableſen in das Formular(S. 21) einzutragende Anzahl der Grade und Minuten, entſprechend dem Bogen A B, und u bezeichne in gleicher Weiſe die dem Bogen BO ent⸗ ſprechende Anzahl derſelben. Nun wird aber, weil die Fernröhre in der geneigten Ebene FO C ſich bewegt, auf dem Horizontalkreiſe nicht der Bogen A B, ſondern AC= a— u als Stand des Nonius I abgeleſen; der Stand für Nonius II iſt dann 200+ a— u. Wird nun⸗ mehr das Signal R des andern Schenkels des zu meſſenden Winkels einviſirt und erhalten b und v die analoge Bedeutung, wie a und u, ſo ſind b—— v und 200+ b— v die unter Signal rechts dafür zu machenden Einträge.
Wenn nunmehr bei umgeſchlagener Fernröhre der Winkel in der zweiten Lage gemeſſen wird, ſo wird beim Einviſiren von L die Arxe der Fernröhre, indem ſie ſich auf und ab bewegt, die geneigte Ebene F0O D beſchreiben, und da Bogen BD= Bogen BC iſt*), ſo wird der Stand des Nonius II durch die dem Bogen AD entſprechende Anzahl Grade und Minuten, mithin durch a+ u ausgedrückt, während der Stand des Nonius I durch 200+ a+ u ausgedrückt wird.
Beim Einviſiren von R ergibt ſich jetzt eben ſo für Nonius IIb+ v und für Nonius I 200+ b+y, welche Ausdrücke wir im Formulare zur Berechnung des Winkels zuſammenſtellen:
5 5 Signal links. Signal rechts. Reſultate. Winkel. 1 a— u b— v b— v— a Pu b— a 1 ſn 2004 4 u 200+ b— v b- v- a †n I 200+ a+u 200+b+y b v— a— u 11 II a+ u b+ v b+ v— a— u 4(b— a)
*) Dieß ergibt ſich aus der ſymmetriſchen Gleichheit der bei B rechtwinklichen ſphäriſchen Dreiecke BCF und BDF, welche entſtehen, wenn man den Horizontalkreis in eine Kugelfläche einſchließt, welche O zum Mittel⸗
punkte und O B zum Radius hat.
4*


