Aufsatz 
Der Theodolit, seine Einrichtung und praktische Anwendung auf wissenschaftlicher Grundlage dargestellt
Entstehung
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Dieſe Drehung wird nun durch die Mikrometerſchraube tt in folgender Weiſe bewirkt. Die Schraube iſt nämlich mit der vor dem Gewinde befindlichen kugelförmigen Erweiterung zwiſchen die eine Seite des Rahmens und einen darauf befindlichen Anſatz, welche beide mit den entſprechenden Höhlungen verſehen ſind, eingezwängt, ſo daß dieſelbe wohl ſich drehen aber weder vor⸗ noch rückwärts ſich bewegen läßt. Auf dem Plättchen ur iſt in ähnlicher Weiſe eine kleine Kugel um eine verticale Are drehbar befeſtigt, durch welche die feinen Win⸗ dungen der Mikrometerſchraube hindurchgehen. Durch die Mikrometerſchraube wird alſo die Noniusſcheibe in den Schraubenwindungen der Kugel an den Plättchen rr und s und dem⸗ nach auch an der äußeren Scheibe AA feſtgehalten. Wird nun die Mikrometerſchraube gedreht, ſo bewegt ſie ſich durch die Windungen der feſtſtehenden Kugel, indem ſie den Rahmen mit ſich fortführt und dadurch zugleich die Noniusſcheibe und die darauf befindliche Fernröhre in eine ſanfte drehende Bewegung verſetzt..

Die Schraubenwindungen der Mikrometerſchraube müſſen ſehr nahe beieinander liegen, und beträgt die Höhe eines Schraubenganges ungefähr ½ Millimeter. Wenn demnach die Schraube eine volle Umdrehung macht, ſo ſchreitet ſie erſt um ½ Millimeter vor oder zurück, und veranlaßt dadurch eine Winkelbewegung der beiden Nonien im Betrage von ungefähr 25 Centeſimalminuten. Macht die Schraube eine Drehung von einem Grade, ſo beträgt die entſprechende Winkelbewegung der Nonien ungefähr ¼16 Minute, welche nicht einmal durch Abſchätzung mehr an der Kreistheilung ermittelt werden kann. Es iſt ſonach leicht einzu⸗ ſehen, daß man vermittelſt der Mikrometerſchraube die Bewegung der Fernröhre vollſtändig in der Gewalt hat.

Der Höhenkreis.

§. 19. Um mit dem Theodoliten Höhenwinkel meſſen zu können und denſelben zugleich zu einem Nivellirungs⸗Inſtrumente geeignet zu machen, iſt mit der Drehungsare pp der Fernröhre, ein zweiter Kreis E E(Fig. 17 und 18), deſſen Ebene auf dem Horizontalkreiſe ſenkrecht ſteht, concentriſch und feſt verbunden. Dieſer Kreis, welcher der Höhenkreis heißt, nimmt demnach an allen Bewegungen der Fernröhre um die Drehungsaxe Theil. Derſelbe iſt auf einem eingelaſſenen ſilbernen Streifen ebenfalls in 400 Grade und in halbe Grade eingetheilt. Zwei diametral gegenüber befindliche Nonien I und II, welche mit den Trägern DD(Fig. 18) feſt verbunden ſind, und deren Eintheilung ganz dieſelbe iſt, wie bereits§. 17. 2 gezeigt, reichen mit ihren abgeſchrägten Rändern bis zu den Theilungslinien des Höhenkreiſes. Hier findet alſo in der Einrichtung der Unterſchied gegen den Horizontalkreis ſtatt, daß der Höhenkreis um die feſten Nonien ſich bewegt, was dort gerade umgekehrt der Fall iſt.

Die Anordnung iſt zugleich ſo getroffen, daß die Längenaxe der Fernröhre möglichſt nahe horizontal liegt, wenn die Nullpunkte der beiden Nonien mit den Theilungslinien 0 und 200 übereinſtimmen, natürlich vorausgeſetzt, daß der Kreis AA vermittelſt der Stellſchrauben S zuvor in horizontale Lage gebracht worden iſt.

Da eine Abweichung von dieſer horizontalen Lage, welche vermittelſt der§. 2 und 3 beſchriebenen Libellen nie mit abſoluter Genauigkeit an dem Inſtrumente herzuſtellen iſt, auf die zu meſſenden Höhenwinkel von größerem Einfluſſe iſt, als dieß bei den Horizontalwinkeln der Fall iſt, ſo kann die auf dem Horizontalkreiſe beſindliche Cylinderlibelle nicht mehr genügen; es wird vielmehr die Fig. 1 abgebildete Röhrenlibelle(§. 2), welche eine größere Genauigkeit