Aufsatz 
Der Theodolit, seine Einrichtung und praktische Anwendung auf wissenschaftlicher Grundlage dargestellt
Entstehung
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17.

gewährt, mit den Nonien in feſte Verbindung gebracht. In dieſer Abſicht erhalten die Träger DD(Fig. 18) zwei hakenförmige Anſätze, auf welchen dann in der Lage der punktirten Linie de die Libelle Fig. 1 mit ihrer Unterlage de feſt aufſitzt. Natürlich muß der Stand dieſer Libelle vermittelſt der Schraube i ein für allemal regulirt werden.

Aus denſelben Gründen, wie bereits§. 18 erörtert wurde, iſt auch hier eine Vorrichtung nöthig, um Höhenkreis und Fernröhre feſtzuſtellen und ihnen nachher vermittelſt einer Mikro⸗ meterſchraube eine ſanfte Bewegung um die gemeinſchaftliche Drehungsaxe zu geben. In dieſer Abſicht iſt um das in Fig. 17 ſichtbare Ende der Drehungsare ein in einen Hebelarm uu auslaufender Ring befeſtigt, durch deſſen oberen Theil die auf die Umdrehungsare pp wirkende Bremsſchraube v geht. So lange dieſe Schraube nicht angezogen iſt, ſind Fernröhre und Höhen⸗ kreis um die Are pp drehbar, im angezogenen Zuſtande aber konnen ſie nur an jenen Be⸗ wegungen Theil nehmen, welche der eben beſprochene Ring vermittelſt des Hebelarmes u u erhält. Nun wird dieſer einerſeits durch den Widerſtand, welchen die mit ihm verbundene Feder an einem auf der Rückſeite des Trägers D hervorſtehenden(in der Figur nicht ſicht⸗ baren) Stifte erleidet, und andererſeits durch den Druck, welchen die am anderen Träger angebrachte Mikrometerſchraube auf ihn ausübt, feſtgehalten, und kann derſelbe demnach bloß durch die Drehung der Mikrometerſchraube unter Mitwirkung der Feder eine ſanfte Drehung erhalten, welche natürlich der Fernröhre und dem Höhenkreiſe mitgetheilt wird. Man iſt dadurch im Stande, den zur Beſtimmung des Höhenwinkels einzuviſirenden Gegenſtand, nach⸗ dem man ihn vorher zwiſchen die beiden Verticalfäden des Fadenkreuzes gebracht hat, ſo genau einzuſtellen, daß derſelbe zugleich auch in den Horizontalfaden zu liegen kommt, in welchen alle Objecte bei Höhenbeſtimmungen ſtets einzuviſiren ſind.-

Aufſtellung des Theodoliten.

§. 20. Wenn man ſich des Theodoliten bedient, wird derſelbe auf einem Tiſchchen, dem Stative aufgeſtellt und befeſtigt. FF(Fig. 17) ſtellt den Durchſchnitt einer runden, 4 Centimeter dicken Scheibe vor, deren Durchmeſſer, nach dem Fußgeſtelle des Theodoliten ſich richtend, etwa 21 Centimeter beträgt. Dieſelbe iſt aus feſtem Holze gefertigt und in der Mitte etwa 7 Centimeter weit kreisrund ausgeſchnitten. Sie ruht auf drei Füßen, deren oberes, einen cylindriſchen Wulſt bildendes Ende in die Scheibe eingelaſſen und daſelbſt in Charnieren mit ſtarker Reibung drehbar iſt; das untere Ende iſt mit eiſernen Spitzen verſehen, welche in den Boden eingedrückt werden und dadurch die feſte Stellung bewirken. Die Länge der Füße iſt ſo bemeſſen, daß man ſtehend bequem alle Operationen mit dem auf dem Stative befindlichen Theodoliten vornehmen kann. Zur Genauigkeit der Aufnahme iſt es erforderlich, daß die Charnierverbindung möglichſt anſchließend ſei und eine Drehung des Tiſchchens weder in horizontalem noch in verticalem Sinne zulaſſe. Sollte dieſer Fehler vorhanden ſein, was in Folge des Austrocknens des Holzes ſpäter immer der Fall iſt, ſo müſſen die in die obere Flaͤche des Tiſchchens eingelaſſenen Schrauben, welche die Charniere an dem Tiſchchen befeſtigen, ſtärker angezogen werden. Dieſem Uebelſtande kann auch auf die Dauer einiger Tage dadurch abgeholfen werden, daß man die Scheibe des Stativs bis über den wulſtförmigen Anſatz der Füͤße auf kurze Zeit ins Waſſer taucht; indem das Holz ſich ausdehnt, wird die feſte Ver⸗ bindung wieder hergeſtellt.

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