Aufsatz 
Der Theodolit, seine Einrichtung und praktische Anwendung auf wissenschaftlicher Grundlage dargestellt
Entstehung
Einzelbild herunterladen

8

.

Zwiſchen ihnen befindet ſich die Fig. 2 dargeſtellte Cylinderlibelle, welche in Fig. 17 mit L. bezeichnet iſt und dazu dient, vermittelſt der Stellſchrauben S den Kreis in eine hori⸗ zontale Lage zu bringen. Drei Schrauben aa(Fig. 15), wovon die dritte durch die Fernröhre verdeckt iſt, bewirken nach dem§. 2 angegebenen Verfahren diejenige unabänderliche Stellung der Libelle zum Kreiſe, welche erforderlich iſt, damit die horizontale Lage des Kreiſes mit dem Einſpielen der Luftblaſe hergeſtellt werde.

Auf den Trägern ruht die Drehungsare pp der Fernröhre, und iſt die Höhe derſelben ſo bemeſſen, daß wie Fig. 16 zeigt, bei dem nothwendig werdenden Umſchlagen der Fernröhre um die Drehungsaxe pp das Ocular zwiſchen ihnen frei hindurch gehen kann, ohne die darunter befindliche Libelle zu ſtreifen. Da die Fernröhre wie bereits§. 14 angegeben nach dem einzuviſirenden Objecte ſo gerichtet werden muß, daß dasſelbe innerhalb des Fadenkreuzes geſehen werde, ſo nimmt der innere Kreis nebſt den beiden Nonien an dieſer um den Zapfen ſtattfindenden Drehung offenbar beſtändig Theil.

Die Kihkrometerſchraube.

§. 18. Da der Noniuskreis um die Axe n ſehr leicht beweglich iſt, ſo köͤnnen während des Ableſens des Winkels in Folge unvorſichtiger Berührung mit den Trägern oder mit der Fernröhre Drehungen ſtattfinden, welche erſt dadurch bemerklich werden, daß das vorher richtig einviſirte Object aus dem lichten Zwiſchenraume der beiden Verticalfäden des Fadenkreuzes wieder herausgetreten iſt; die Meſſung des Winkels würde alſo fehlerhaft ſein. Es iſt darum nothwendig, daß vor dem Ableſen der Winkel der Noniuskreis mit dem unbeweglichen äußern Kreiſe durch eine anzubringende Vorrichtung feſt verbunden werden könne. Anderntheils iſt es aber immer mit einiger Schwierigkeit verbunden, durch Drehung der Fernröhre mit freier Hand Objecte, welche in etwas größerer Entfernung ſich befinden, in das Fadenkreuz genau einzuviſiren; nachdem man der Fernröhre die annähernd richtige Stellung gegeben, erübrigt immer noch vermittelſt einer derſelben zu ertheilenden ſehr ſanften Drehung, welche mit freier Hand ſchwer und langſam ausführbar wäre, die genaue Einſtellung des Objectes in das Fadenkreuz zu erzielen.

Dieſen beiden Anforderungen wird durch eine mit der Mikrometerſchraube verbundene Vorrichtung entſprochen. Ein Rahmen qdda(Fig. 16), welcher in Fig. 15 weggelaſſen wurde, weil er größtentheils durch das Ocular der Fernröhre verdeckt worden wäre, iſt mit der Noniusſcheibe feſt verbunden und nimmt demnach an allen Bewegungen derſelben Theil. Innerhalb desſelben befindet ſich ein Meſſingplättchen ur, welches bei genauem Anſchluſſe an den bogenförmigen Seiten des Rahmens verſchiebbar iſt. Dasſelbe hat eine Oeffnung, weit genug, daß das Gewinde der in Fig. 17 angedeuteten Bremsſchraube s, ohne einzugreifen, hindurchgehen kann, aber noch ſo enge, daß dieſelbe mit ihrem dickeren Theile auf ihr ruht. Das Geyinde dieſer Schraube greift in ein darunter befindliches Meſſingplättchen x ein und bewirkt durch das Anziehen derſelben, daß dieſes gehoben und einestheils an die untere Seite der unbeweglichen Scheibe A A, anderntheils an das im Rahmen verſchiebbare Plättchen rr feſt angedrückt wird, alſo das Letztere mit der unbeweglichen Scheibe verbindet. Darnach wäre alſo jetzt die Noniusſcheibe bloß innerhalb jener Grenzen drehbar, welche durch den lichten Raum zwiſchen dem nunmehr feſtgeſtellten Mittelſtück ér und den gegenüberliegenden Seiten des beweglichen Rahmens qabedingt ſind.