Aufsatz 
Der Theodolit, seine Einrichtung und praktische Anwendung auf wissenschaftlicher Grundlage dargestellt
Entstehung
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ſo kann man jetzt die Bogen und demnach auch die ihnen entſprechenden Winkel bis auf ⅛0 Grad, d. h. auf eine Minute genau mit Hülfe des Nonius ableſen.

Iſt der Centeſimaltheilung entſprechend der ganze Kreisumfang in 800 halbe Grade ein⸗ getheilt, und umfaßt der in 50 gleiche Theile eingetheilte Nonius 49 Theile des Kreiſes, ſo kann man jetzt den Winkel bis auf 0,01 Grad, alſo auf eine Centeſimalminute genau beſtimmen, abgeſehen von noch kleineren Theilen, welche in Folge der oben erörterten Abſchätzung die Genauigkeit vergrößernd hinzukommen.

Der Horizontalkreis.

§. 17. Indem wir jetzt zur Betrachtung des Theodoliten übergehen, faſſen wir zunächſt den Horizontalkreis ins Auge, welchen wir in Fig. 15 im Grundriſſe und Fig. 17 im Durch⸗ ſchnitte in h natürlicher Größe dargeſtellt ſehen. Wir beziehen uns dabei auf die Centeſimal⸗ theilung, welcher zufolge die Minuten und deren abgeſchätzten Bruchtheile als Decimalbrüche des Grades ſich ergeben, mit welchen offenbar leichter zu rechnen iſt, als mit den aus der Nonggeſimaltheilung hervorgegangenen Winkelgrößen. Wir unterſcheiden zwei Theile desſelben:

1. einen unbeweglichen äußeren Kreis, beſtehend in einer meſſingenen Scheibe X A, deren innerer Theil unter den ſchmalen äußern Rand tellerförmig vertieft und im Mittelpunkte kreisförmig durchbrochen iſt. Die untere Fläche desſelben ſteht mit einem ebenfalls durch⸗ brochenen cylindriſchen Anſatze BB in unmittelbarer Verbindung, deſſen freies Ende in das von drei Stellſchrauben 8(wovon bloß zwei in Fig. 17 ſichtbar ſind) getragene und auf Meſſingplättchen m ruhende Fußgeſtell eingeſchraubt wird. In den ringförmigen äußeren Theil und zwar bis zu der Vertiefung der Scheibe reichend, iſt ein ſilberner Kreisring eingelaſſen, welcher nach Andeutung von Fig. 15 auf das Genaueſte in 400 Grade und in halbe Grade eingetheilt iſt.

2. In die vorerwähnte Vertiefung iſt eine zweite Kreisſcheibe CC C eingelaſſen, ſo zwar, daß der in der Figur durch den punktirten Kreis begrenzte ringförmige Rand desſelben mit dem äußeren Ringe des vorigen Kreiſes in einer nämlichen Ebene liegt. Dieſer Kreis iſt drehbar; wie Fig. 17 zeigt, ruht er bloß mit ſeinem gegen die Mitte befindlichen dickeren Theile auf der Bodenfläche der vorigen Scheibe und ſetzt ſich vom Mittelpunkte aus in einen koniſchen Zapfen n fort, welcher durch die vorhin erwähnten hindurchgehend, und denſelben genau angepaßt, an ſeinem unteren Ende durch eine Schraube an der Endfläche des Anſatzes B des vorigen Kreiſes feſtgehalten wird.

Auf dem bereits erwähnten ringförmigen äußeren Theile ſind an den mit I und II be⸗ zeichneten Stellen diametral gegenüberliegend Bogenſtücke von Silber eingelegt, worauf die Theilungslinien zweier Nonien ſich befinden. Dieſe Nonien umfaſſen 49 halbe Grade des äußeren Ringes und ſind in je fünfzig gleiche Theile eingetheilt, ſo daß nach der im vorigen§. gegebenen Anleitung die Bogen und Winkel bis auf eine Centeſimalminute unmittelbar, und außerdem noch ½¼, ½ oder% Bruchtheile der Minute durch Abſchätzung angegeben werden können.

Auf dem inneren, etwas erhöhten Theile des Kreiſes erheben ſich in oo die mit ihm in feſter Verbindung ſtehenden Träger D D, wovon der eine bei Nonius I befindliche in der Figur 17, und der zweite bei Nonius II ſtehende in Fig. 18 in der Anſicht dargeſtellt iſt.