n einander liegenden verticalen Spinnenfäden, welche durch einen dritten horizontal durchſchnitten werden(Fig. 11. a.). Die Fernröhre wird dann nach dem Objecte ſo gerichtet, daß dasſelbe in der Mitte des lichten Raumes erſcheint, welchen die beiden Parallelfäden an der Stelle des Durchſchnitts mit dem Horizontalfaden einſchließen.
Die bemerkten Spinnfäden werden mit Wachs über die kleine kreisförmige Oeffnung eines Meſſingplättchens geſpannt, welches in den Fugen zweier der Ocularröhre enge einge⸗ paßten Kreisſegmente in verticaler Richtung verſchiebbar iſt. Zwei Schrauben m und n (Fig. 11 und 11 a), deren Gewinde durch die etwas weit gelaſſenen Oeffnungen der Röhre gehend, in dieſes Mittelſtück eingreifen, während die dicken Kopftheile derſelben auf der Röhre aufſitzen und die Oeffnung verdecken, bewirten durch ihre Drehung die Regulirung des Faden⸗ kreuzes, worauf wir noch zurückkommen werden.
Da wegen der erforderlichen kleinen Brennweite die Ocularlinſe ſehr conver iſt, ſo müſſen wegen der hier bedeutender hervortretenden ſphäriſchen Aberration alle jene Strahlen, welche die Deutlichkeit des vergrößerten Bildes ſtören würden, abgehalten werden. Deßhalb wird die Linſe bei GI mit Ausnahme einer für die wirkſamen Strahlen frei bleibenden kleinen kreisförmigen Oeffnung von Außen bedeckt. Außerdem iſt noch zu bemerken, daß die Ocular⸗ linſe in einer kleinen cylindriſchen Kapſel ſich befindet, welche in der Ocularröhre G H mit Reibung verſchiebbar iſt. Dieſe Vorrichtung iſt darum nöthig, um das Bild des Fadenkreuzes und das Bild des Objectes in demſelben Brennraume zuſammen zu bringen, was zur Genauig⸗ keit der Beobachtung erforderlich iſt, ſo daß, welche Stellung das Auge vor der kleinen Oeffnung der Ocularlinſe immerhin einnehmen möge, die beiden Bilder ſtets aufeinander liegen bleiben.
Die Parallare.
§. 15. Es bezeichne Ir(Fig. 12) die vergrößert dargeſtellte kleine Oeffnung vor der Ocularlinſe und m ſei deren Mitte. Wir wollen annehmen, daß wegen Nichtübereinſtimmung der Brennräume das Bild a eines Punktes des Objectes vor dem Bilde b eines Punktes des Fadenkreuzes ſich befinde. Von der Mitte m aus geſehen, decken ſich beide Punkte, d. h. a erſcheint in dem verticalen lichten Zwiſchenraume des Fadenkreuzes. Bewegt ſich nun das Auge links nach l, ſo wird das von hier aus beobachtete und auf das Fadenkreuz bezogene Bild a in der Richtung la, demnach auf der rechten Seite von b, in r’ geſehen werden; bewegt ſich das Auge rechts nach r, ſo erſcheint das Bild links vom Fadenkreuze in l“.
Dieſe durch die Verſchiedenheit der Stellung des Auges bedingte Veränderung der ſchein⸗ baren Lage, in welcher das Object in Bezug auf das Fadenkreuz geſehen wird, iſt die Parallaxe, und es iſt offenbar, daß dieſelbe vor der Beobachtung der Winkel nothwendig beſeitigt werden muß.
Wenn nun, während das Auge vor der kleinen Oeffnung des Oculars ſeine Stelle ver⸗ ändert, das Bild a des Objectes in Rückſicht auf das Fadenkreuz ſich in dem entgegenge⸗ ſetzten Sinne bewegt, ſo iſt dieß ein Zeichen, daß das Bild des Objectes näher bei der Ocu⸗ larlinſe ſich befindet, als das Bild des Fadenkreuzes.
Wir wollen jetzt in Fig. 13 annehmen, das Bild a des Objectes ſei weiter als das Bild b des Fadenkreuzes von der Ocularlinſe entfernt, und daß wieder, von der Mitte m aus geſehen, beide Bilder ſich decken. Wenn nun das Auge links nach I rückt, ſo erſcheint das Bild a in l“ ebenfalls links von dem Fadenkreuze; von r aus betrachtet, wird es in r“ auf der rechten Seite
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