Aufsatz 
Der Theodolit, seine Einrichtung und praktische Anwendung auf wissenschaftlicher Grundlage dargestellt
Entstehung
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hier offenbar um ſehr kleine Winkel handelt, ſo können wir ſie, und um ſo mehr ihre Hälften, ihren Tangenten proportional ſetzen, d. h. es iſt: 5 4 C C

½+ boa: ½ X△‿ bOa=: Oe

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X boa: XbOa= O9Oe: oc. Man erhält daherdie Vergrößerung des Sehwinkels, wenn man die Brenn⸗ weite des Objectivs durch die Brennweite des Oculars dividirt. Um der hier geſtellten Anforderung zu entſprechen, hätte man alſo den Radius der Ocularlinſe ſo klein als möglich zu nehmen. Die ſphäriſche Aberration und der§. 11 bereits angedeutete Verluſt von Lichtſtrahlen, welcher mit abnehmender Brennweite ſtärker hervortritt, ſetzen der Verkleinerung des Radius eine Grenze.

§. 13. Wie bereits im§. 12. 1 angedeutet, würde die erhöhte Leiſtungsfähigkeit einer Fernröhre durch ein großes Objectivglas von großer Brennweite die Dimenſionen derſelben jedenfalls vergrößern; dieſe ſind aber, und zwar ganz insbeſondere die Länge, bei der Fern⸗ röhre am Theodoliten an gewiſſe Grenzen gebunden, welche einestheils von der Größe und Solidität des ganzen Inſtrumentes, und anderntheils von der Rückſicht auf die bequeme Hand⸗ habung bei dem nothwendig werdenden Umſchlagen der Fernröhre abhängig ſind. Wieder iſt die Größe des Krümmungshalbmeſſers der Objectivlinſe von der Länge der Fernröhre ab⸗ hängig, da nach§. 9 in den gewöhnlichen Fällen die Brennweite mit dem Krümmungshalb⸗ meſſer nahe übereinſtimmt, und überdieß die jedesmalige Länge der Fernröhre offenbar der Summe der Brennweiten der Objectiv⸗ und der Ocularlinſe gleich iſt. Auch iſt darauf Rück⸗ ſicht zu nehmen, daß die der ſphäriſchen Aberration merklich unterliegenden und die Deutlichkeit des Bildes beeinträchtigenden Randſtrahlen möglichſt abgehalten werden, und zuletzt noch zu beachten, daß immer noch Reſte zerſetzten Lichtes vorhanden bleiben, welche durch das achro⸗ matiſche Objectivglas nicht vollſtändig aufgehoben worden ſind.

Dieſen Uebelſtänden wird nun zum Theil ſchon dadurch begegnet, daß in dem Brenn⸗ raume c der Röhre, welche zur Abſorption zerſtreuten Lichtes inwendig geſchwärzt iſt, ein ebenfalls geſchwärzter Ring(Diaphragma) von beträchtlich kleinerem Durchmeſſer eingefügt wird, welcher die nachtheiligen Randſtrahlen auffängt und abſorbirt. Außerdem wird aber auch in unmittelbarem Anſchluſſe an denſelben und zwar auf der dem Objectivglaſe zugekehrten Seite eine planconvexe Linſe(Collectivglas) de von kurzer Brennweite ſo eingeſchaltet, daß die Are derſelben mit der Are der Röhre zuſammenfällt. Durch den engen mittleren Theil derſelben müſſen alle zur Erzeugung des Bildes wirkſamen und bereits ſehr nahe zuſammen⸗ getretenen Strahlen hindurchgehen; durch die Brechung, welche ſie dabei abermals erleiden, werden ſie noch convergenter und vereinigen ſich darum früher zu einem ſcharf begrenzten klaren Bilde, bei welchem die letzten Spuren farbigen Lichtes, welche das Objectivglas etwa noch übrig ließ, nunmehr vollſtändig beſeitigt erſcheinen.

§. 14. Da das Geſichtsfeld, welches das Objectioglas umfaßt, groß iſt, ſo genügt es bei Meſſungen von Winkeln oder beim Abſtecken gerader Linien vermittelſt des Theodoliten noch keineswegs, daß die zu beobachtenden Objecte darin geſehen werden, ſondern die Fern⸗ röhre muß jedesmal ſo gerichtet werden, daß dieſelben in einem nämlichen Punkte ſichtbar werden, welcher aus Gründen, die erſt ſpäter erörtert werden können, auf der Axe der Fern⸗ röhre ſich befinden muß. Um dieſen feſten Punkt ſichtbar zu machen, wird in dem Brenn⸗ raume c der Ocularröhre ein Fadenkreuz eingeſchaltet, beſtehend aus zwei ſehr nahe bei⸗