Linie Oo, welche zugleich die Are der Röhren iſt, zuſammenfallen. Durch einen kleinen Strich an der verſchiebbaren Röhre iſt angezeigt, wie weit dieſelbe aus der Objectivröhre herausge⸗ zogen werden muß, damit die Brennräume ab beider Linſen zuſammenfallen.
Die Fernröhre ſei nach einem entfernten Gegenſtande X B gerichtet. Ein beliebiger Punkt A desſelben entſendet nach derſelben einen Lichtkegel, deſſen Spitze eben dieſer Punkt, und deſſen Baſis das Objectivglas iſt. Da die ſämmtlichen Strahlen dieſes Punktes in der Richtung der Are AO in dem Punkte a des Brennraumes ſich vereinigen(S. 10), ſo muß natürlich an dieſer Stelle ein Bild von A entſtehen, deſſen Lichtintenſität, verglichen mit dem Lichteindrucke, welchen dieſer Punkt auf das in 0 gedachte Auge machen würde, ſo viel mal ſtärker iſt, wievielmal die Objectivlinſe die Pupille des Auges an Größe übertrifft. Da ebenſo das Bild von B in der Richtung der Are B 0 nach b fällt, ſo entſteht in ba unter ver⸗ ſtärkter Beleuchtung ein umgekehrtes Bild von A B, und da bOa= X A0B iſt, ſo würden dem in O gedachten Auge das Bild ba und der Gegenſtand A B unter gleichem Seh⸗ winkel, demnach auch mit gleicher ſcheinbarer Größe gegenüber ſtehen; nur beſteht der Unter⸗ ſchied, daß wegen des verſtärkten Lichteindruckes das im Brennraume fixirt gedachte Bild unter dem beſtehenden Sehwinkel noch deutlich ſichtbar iſt, während vielleicht das Object A B für das freie Auge ganz unſichtbar geworden iſt.
Dieſes Bild wird indeſſen nicht mit freiem Auge geſehen, ſondern vermittelſt der Ocular⸗ linſe GI, welche wie ein Microscop wirkt(§. 11), ſo daß dasſelbe jetzt unter dem ver⸗ größerten Sehwinkel boa, mithin vergrößert geſehen wird.— Es werden zwar, wie aus Fig. 9 erſichtlich, von den Lichtſtrahlen, welche von dem Bilde zur Ocularlinſe gelangen, alle jene Parallelſtrahlen, welche ſeitwärts an der Pupille vorbeigehen, unwirkſam, wodurch das Licht wieder geſchwächt wird, immerhin bleibt aber die Beleuchtung noch ſo intenſiv, daß der
Gegenſtand mit großer Deutlichkeit geſehen werden kann.
Da das Fernrohr bloß die Beſtimmung hat, entfernte Gegenſtände deutlich ſichtbar zu machen, und dabei nicht mehr, wie bei dem Mitroscope, die wirkliche Vergrößerung des Bildes, ſondern die in§. 7 angedeuteten Bedingungen des deutlichen Erkennens allein in Betracht zu ziehen ſind, ſo ſind die Vorzüge eines Fernrohres davon abhängig:
1. Daß möglichſt viele Lichtſtrahlen von dem Gegenſtande durch die Objectivlinſe in das⸗ ſelbe gelangen. Je größer das Objectivglas, deſto intenſiver die Beleuchtung des Bildes. Ein größeres Objectivglas erfordert aber zur Vermeidung der ſphäriſchen Aberration(§. 8), welche die Deutlichkeit des Bildes beeinträchtigen würde, einen größeren Radius, und da die Brenn⸗ weite mit demſelben nahe übereinſtimmt(§. 9), ſo müßte in dieſem Falle das Fernrohr länger werden.
2. Daß zur Vermeidung eines die Deutlichkeit beeinträchtigenden Farbenbildes die an dem prismatiſchen Rande der Linſe auffallenden Lichtſtrahlen nicht zerlegt werden. Das Ob⸗ jectivglas ſollte alſo achromatiſch ſein(§. 10).
3. Daß endlich der Sehwinkel, unter welchem das vor dem Ocular befindliche Auge das Bild ſieht, möglichſt vergrößert werde.— Da der Vorausſetzung nach die Entfernung des Objectes XB ſo groß iſt, daß die Länge der Fernröhre dagegen als unbedeutend nicht in Betracht gezogen werden kann, ſo darf füglich angenommen werden, daß der Sehwinkel derſelbe bleibe, einerlei ob das Auge in O oder in o ſich befinde. Es wäre nunmehr zu ermitteln, unter welcher Bedingung der Winkel boa gegen bOa möglichſt groß werde. Da es ſich
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