Aufsatz 
Die mit einem Progymnasium verbundene Realschule zu Eschwege von ihrer Gründung bis zu ihrer Reorganisation, ein Beitrag zur Geschichte des Realschulwesens
Entstehung
Einzelbild herunterladen

51

7) Uaturwiſſenſchaften.

Ziel. a. Naturbeſchreibung. Der Tertianer ſoll eine Kenntniß der wichtigeren, am Ort und in der Umgegend vorkommenden Naturproducte, ſowie der in den Geſichtskreis des Schülers fallenden Naturerſcheinungen und ihre Gründe erlangt haben. Der Abiturient ſoll eine auf Anſchauung gegründete Kenntniß der gebräuchlichſten botaniſchen, zoologiſchen und mineralogiſchen Syſteme erworben haben, ferner Bekanntſchaft mit den phyſiologiſchen und anatomiſchen Kennzeichen der Pflanzen und Thierfamilien, welche für die Flora und Fauna der Umgegend, für die gewöhnlich im Handel und in der Technik vorkommenden exotiſchen Formen und für die Phyſiognomie der botaniſchen und zoologiſchen Provinzen der Erde von beſonderer Wichtigkeit ſind. 5

b. Phyſik. Der Abiturient muß diejenigen Begriffe und Sätze und ebenſo in Betreff der Verſuche die Methoden kennen, welche auf die Entwickelung der phyſikaliſchen Wiſſenſchaft von weſentlichem Einfluß geweſen ſind Bei der auf Experimente gegründeten Kenntniß der Naturgeſetze muß die Befähigung vorhanden ſein, dieſelben mathematiſch zu entwickeln und zu begründen. Im Einzelnen iſt das Ziel: Bekanntſchaft mit den Geſetzen des Gleichgewichtes und der Bewegung, der Lehre von der Wärme, der Electricität, dem Magnetismus, vom Schall und vom Licht.

c. Chemie. Der Abiturient ſoll eine auf Experimente gegründete Kenntniß der ſtöchiometriſchen und Verwandtſchafts⸗Verhältniſſe der gewöhnlichen unorganiſchen und der für die Ernährung ſowie für die Hauptgewerbe wichtigſten organiſchen Stoffe ſich erworben haben. Er ſoll hierdurch und durch ſeine Kenntniß der einfachen Mineralien im Stande ſein, nicht blos die zweckmäßigſten Methoden zur Dar⸗ ſtellung der gebräuchlicheren rein chemiſchen Präparate zu beſchreiben und zu benutzen, ſondern auch über ihre phyſikaliſchen Keunzeichen und über ihre chemiſche Verwendung Rechenſchaft zu geben.

VI. Im Sommer Botanik, im Winter Zoologie nach Lüben 1. Curſ.

V. Im Sommer: Beſchreibung einheimiſcher Pflanzen. Im Winter: Beſchreibung der Thiere nach Lüben 2. Curſ.

IV. Im Sommer: Beſchreibung der wichtigſten hieſigen Cultur⸗, Arznei⸗ und Giftpflanzen und daran Einübung des Linné'ſchen Syſtemes. Im Winter: Knochenthiere nach Lüben 3. Curſ. und 12 Curſ.

III. Im Sommer: Die Familien des Pflanzenreiches nach dem Bartling'ſchen Syſtem, daneben Einübung des Linné'ſchen Syſtemes und Uebungen im Beſtimmen einheimiſcher Pflanzen. Im Winter: Die Klaſſen, Ordnungen und Familien der wirbelloſen Thiere und die Klaſſen des Mineralreiches, Lüben 3. Curſ., 2 St. Anfangsgründe der Phyſik nach Koppe, 1 St.

1 II. Im Sommer: Botanik; Syſtemkunde, Uebungen im Beſtimmen einheimiſcher Pflanzen und Wiederholung der Familien. Im Winter: Syſtemtunde des Thierreiches, die geographiſche Verbreitung der Pflanzen und Thiere, nach Lüben 3 Curſ., 2 St. Der experimentelle Theil der Phyſik nach Heuſſi, 2 St. Die Lehre von den Metalloiden und Metallen nebſt ihren wichtigſten Verbindungen nach Liſt, 2 St.

I. Oryktognoſie und Geognoſie, 1 St. Wärme, Magnetismus, Electricität und Galvanismus nach Trappe, mathematiſche Geographie, phyſikaliſche Aufgaben, 3 St. Die organiſche Chemie nach Rüdorf, verbunden mit praktiſchen Arbeiten im Laboratorium; Auflöſen ſtöchiometriſcher Aufgaben;

Anleitung zur chemiſchen Analyſe, 4 St. 7