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dieſer Schulen den Religionsunterricht hinzu und bewirkten ihre Vermehrung und Ausbreitung bis auf die Dörfer, wodurch ſie zu Volksſchulen wurden.
Wir haben im Vorſtehenden eine Reihe von Verſuchen angedeutet, welche gemacht wurden, um dem Volke durch die Schulen eine ſolche Bildung zu geben, wie ſie ihm Noth that, und haben geſehen, wie ſie alle fehlſchlugen und das Schulweſen immer tiefer ſank. Von einer Bildung des Menſchen zum Menſchen, von Erziehung der Jugend, von nationaler Erziehung, von einer geiſtigen Erfaſſung des Lehrerberufs und der Lehrerthätigkeit war keine Rede, ſondern nur von einer völligen Entfremdung alles Volksthümlichen und einer gedanken⸗ und willenloſen Unterwerfung unter den von Rom ausgehenden Geiſt. Und ſo blieb es bis zur Zeit der Reformation, wo man wieder mit den Werken der Griechen und Römer bekaunt wurde und ſich der Geſichtskreis bedeutend erweiterte. Aber es iſt ja nur natürlich, daß auch dieſe Reformation des Schulweſens im 16. Jahrhundert zunächſt nur den Lateinſchulen galt und nur den darin zu bildenden Ständen, dem geiſtlichen und weltlichen Beamtenſtande, zu Gute kam, der geſchäft und handeltreibende Bügerſtand aber leer ausging. Denn die Aufgabe der höheren Schule blieb nach wie vor, Geiſtliche und Hof⸗ und Staatsbeamten heranzubilden. Verlangt doch noch Melanchthon, der Lehrer der Deutſchen, in dem„ſächſiſchen Schulplane“(1528):„Es ſollen auch die Prediger die Leute vermahnen, ihre Kinder zur Schule zu thun, damit man Leute aufziehe geſchickt zu lehren in der Kirche und ſonſt zu regieren.“ Und zu dieſem Zwecke ſoll der Schulmeiſter die Kinder nur lateiniſch,—„nicht deutſch oder griechiſch oder hebräiſch“— lehren. Der Stuttgarter Probſt Joh. Brenz, der Reformator Württembergs, ſagt in der großen württem⸗ bergiſchen Kirchenordnung von 1559:„Die Schulen ſind die rechten von Gott verordneten und befohlenen Mittel, worin zum heiligen Predigtamt, weltlicher Obrigkeit, zeitlichen Aemtern, Regimentern und Haushaltung rechtſchaffen, weiſe, gelehrte, geſchickte und gottesfürchtige Männer“ erzogen werden. Darum ſollen„in allen und jeden Städten, die ſeien groß oder klein, desgleichen etlichen der fürnehmſten Dörfern oder Flecken des Fürſtentums lateiniſche Schulen und dazu taugliche Präceptores gehalten werden.“ Etwas weiter faßt ſchon Bugenhagen in der Einleitung zur Braun⸗ ſchweiger Schulordnung die Aufgabe und den Zweck der Schule, indem er ſagt:„Dar inne de arme vnwetene jöget moge tuchtich geholden werden, leren de teyn gebot Gades, den louen, dat vader vnſe, de ſacramente Chriſti, mit der vthlegginge ſo vele alſe kyndern denet. Item leren ſingen latiniſche Pſalme, leſen vth der ſcrift latiniſche lectien alle dage. Dar to ſcholekunſt, dar üth me lere ſulks vorſtän. Vnde nicht alleyne dat, ſonder ock dar vth midt der tidt mogen werden gude ſcholemeyſtere, gude predigere, gude rechtuorſtendige, gude erſten, gude Godesfruchtende, tuchtige, ehrlike, redelike, gehorſame, fruntlike, gelerde, fredeſame, nicht wylde, ſonder frölike borgere, de ock ſo vertan öre kynder tom beſten mogen holden, vnde ſo vortan kyndes kynd.“
Der ſächſiſche Schulplan von Melanchthon iſt als die erſte, die Schulordnungen von Bugenhagen als die zweite und die würtemkergiſche Kirchenordnung als die dritte und letzte Stufe der Entwickelung des(höheren) Schulweſens in Deutſchland zur Zeit der Reformation und durch die Reformatoren ſelbſt zu betrachten und ſind dieſelben maßgebend und Muſter geworden für alle zur Zeit der Reformation und auch noch viel ſpäter gegründete Schulen im proteſtantiſchen Deutſchland, Schulen, in welchen die Jugend latiniſirt und im Chriſtenthume informirt werden ſollte, um ſpäterhin zu Gottes Ehre in chriſtlicher und gottſeligen Weiſe ihres Berufes in Kirche oder Staat warten zu können. Aus


