Aufsatz 
Treu zu Schiller! Schülerfestspiel zum 9. Mai 1905
Entstehung
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Es greift die Hand verwegen in die Winkel,

Die ängstlich flieht der sonne reiner strahl, Und wühlt in Modergrüften schnöden Raubes, Die schönheit suchend in der Qual des staubes.

Winwalt: Berühr', o Vater, diese saite nicht! Mißtönend klingt sie zu des Tages Weihe.

Der Hlte(Plötzlich ruhiger, reicht Winwalt die Hand):

Du SPrachst ein rechtes Wort zur rechten Zeit:

(Mit der anderen Hand über die stirne ftreifend):

Es glättet mir des raschen Zornes Furchen.

Ja, laßt der Andacht uns die Herzen öffnen

Und rein genießen dieses Tages Gunst!

Empor den Krauz, aus Maiengrün gewunden,

Daß er sich schlinge um des Dichters Haupt, x

Ein sinnbild unsrer ewiggrünen Liebe

Und unsres hohen Dankes Ueberschwang!

Kein Lauscher störe diesen Opfergang! (Winwalt und säldrich haben den Kranz aufgenommen: alle bewegen sich in frierlicher Haltung gegen die Büste. Man hört einen Ruf).

sälcdrich: Habt ihr gehört? Das waren Menschenlaute! (Alle horchen).

Oer Alte Gorni): Wer sollt' es wagen, schon im Morgenlichte sich einzudrängen in mein stilles Reich?

Fröomut: Nasch will ich Umschau halten.

Grimhart: Laß mich mit! (Beide ab).

Der Alte: Des Zornes heiße Ader fühl' ich schwellen, Da Menschenlist nus solche stunde trübt.

Minwalt: Gebiete deinem Groll und laß uns prüfen! Nur gute Meinung geht heut diesen Weg.

Der Alte(mit bebender stimme): Ich kenne dies verdorbene Geschlechi. Das sich des SPotts am Heiligsten erfrecht!