Frömut: Doch allzu früh hat schillers Flug geendet!
Der Hlte: Weh, daß die Götter ihn so sehr geliebt! Deu sierblichen vergönnte nicht ihr Neid Des gotterfüllten sängers Glückbesitz. Und wenn zu irdischer Vollendung Ziele Der Pfad den glücklichen Genossen trug,— Ihn wies von seines Rnuhmes Mittagshöh'n Durchs dunkle Tor der Norne grausig Weben, Die Kraft ihm sehrend an dem eignen streben.
Winwalt: Dem Frühgeschiednen folgt die größre sehnsucht Und neu erweckt ihn jeder neue Tag.
Der Hlte: Ich wünschte gern, was du vertrauend wähnst.— schon hat ein säkulum den Kreis geschlossen, seit ihn, dem jedes Herz in Lieb' erschwoll, Die Gruft umfängt mit kalter Todesfessel. Doch anders wägt das Heuie als das Gestern, Denn wankelmütig ist des Menschen sinn Und Ideale wechseln wie die Monde: Bald hellt die Erde diantantuer schein, Bald hüllt geSPenstisch sie der schatten ein.
säldrich: Wo siehst du schatten in des Lichtes Fülle?
Oer Hite: Nur Irrlicht sind die Lichter, die dich blenden. Erloschen aber ist die Himmelsfackel, Die einst der Dichter seinem Volk entzüudet, Daß sie zu ew'ger schönheit reinem Bild Den trüben Blick des Erdgebornen hebe. Verblichen sind des Ideales sterne, Der reinen schönheit Götter sind entflohn Und fahle schemen trügen Herz und sinne. In steigender Erregung):
Am Boden irrt des Menschen gier'ger Blick, Unheil'gen Fußes tritt er heil'ge Fluren
Und streift des Wunders zarten Blütenstaub Von allem, was der Gottheit Kuß geheiligt.


