Aufsatz 
Treu zu Schiller! Schülerfestspiel zum 9. Mai 1905
Entstehung
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Tief vorgeneigt hielt er das edle Haupt,

Als möchte er der Menschheit näher sein,

Mit seiner Liebe lösend ihre schmerzen. Wie leuchtete die hohe Denkerstirn,

Ein blanker SPiegel göttlicher Gedanken! Und um die Lippen SPielt' es weich und milde

Wie ein Gedicht von heitrer schönheit Glück.

so sah ich ihn; so lebt er meinem Blick.

Ulinwalt: Wie neid' ich dich um solchen Traumes Wonne!

ODer Atte: Ja, neide mich, ich bin beneidenswert!

Erqnickend stets ist uns des sängers Nähe. Er übt den höchsten, göttlichsten Beruf;

Die Menschheit knüpft er an das Reich der Geister Und hebt sie über Erdenstaubes Bann.

O glücklich, wer des Großen Tage lebte!

Ich sah des Adlers schwingen sich entfalten Und sah ihn streben zu des Rthers Licht ö Durch wüben Nebelqualm und Wollenschleier. Vergebens krächzte um des Kühnen Pfad

Der zankgewohnten Raben neid'sche schar,

Es SPottete des schwalls der siegeraar.

säldrich: Und er allein durchmaß die Bahn zur sonne?

Der Alte: Allein, bis ihm der Würfel glücklichsten

Das neidessatte schicksal fallen ließ,

Bescherend ihm den herrlichen Genossen,

Den gleicher Drang zu gleichen Höhen trieb. ö Erst fremd und scheu dem großen Fremden nahend, Fand plötzlich er des Gr oßen großes Herz;

Und von der Freundschaft Zauberstrahl durchzuckt,

Hob sich zu stolz'rem Flug das edle Paar,

Die kühnsten Aare, die ein Blick gesehen,

so fern an Art, an hohem sinn so gleich,

O hehrstes schauSPiel in der Musen Reich!

Winwalt: Ich weiß es wohl; wo schiller je wir nennen,

Klingt Goethes Ruhm in unstos Preises schall Wie in des Hifthorns Ruf der Widerhall.