Aufsatz 
Die sprachlichen Formen, mit welchen die Glieder des Schlusses im Griechischen und Lateinischen eingeführt werden / von Ebhardt
Entstehung
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Um der Schüler willen denn auch auf diese ist Rücksicht genommen muss Einiges vorausgeschickt werden, was sonst nicht nöthig sein würde. Es ist dies eine ein- fache Erinnerung an das, was man unter Schluss versteht, und an die Bestandtheile, aus denen derselbe zusammengesetzt ist. Schluss nennen wir eine Verbindung dreier Urtheile, zwischen denen ein solches Verhältniss stattfindet, dass das dritte Urtheil aus den beiden vorhergehenden abgeleitet wird.) Derjenige Satz, welcher die allgemeine Regel enthült, heisst der Obersatz, propositio maior oder auch ein fach propositio; der Satz, welcher die Subsumption des Besonderen unter das Allgemeine enthält, heisst der Untersatz, propositio minor oder assumptio; der das abgeleitere Urtheil enthaltende ist der Schlusssatz, conclusio oder complexio. Ober- und Untersatz zusammen führen den Namen Vordersätze oder Prämissen. Die regelrechte Aufeinanderfolge der Glieder ist die, dass die propositid vorausgeht, die assumptio und conclusio folgen; indessen können auch Abweichungen von dieser Ordnung stattfinden; man kann auch mit dem Schluss- oder Untersatz beginnen und die andern Glieder in beliebiger Ordnung folgen lassen. Nicht selten erscheinen die Schlüsse in unvollständiger Form, indem das eine oder andere der Glieder weggelassen wird, und dies ist sowohl bei der täglichen Unterhaltung als auch bei wissenschaftlichen Darstellungen sogar gewöhnlich der Fall. Solche unvollständige Schlüsse heissen En- thymeme. Soviel war vorauszuschicken. Das Folgende dreht sich um die zwei Fragen: 1) Wie werden die Prämissen an einander gefügt? 2) Wie wird die eine oder andere der Prämissen mit dem Schlusssatz verbunden?

I.

Wie werden die Prämissen an einander gefügt? Die Antwort lautet: Durch copu- lative, adversative und confirmatives) Partikeln; hierzu kommen noch einige andere, die den Begriff der Zurückbeziehung enthalten. Da diese Conjunctionen aber auch andere Ver- hältnisse als syllogistische ausdrücken können, so ist ein äusseres Zeichen für die Auffin- dung der Prämissen nicht unmittelbar gegeben, sondern es ist namentlich bei grösseren Satzcomplexen eine Analyse des Gedankenzusammenhangs nöthig, um sich zu orientiren. Uebrigens ist es für den Gebrauch der Partikeln ganz gleichgültig, ob der Obersatz voraus- geht und der Untersatz folgt oder ob der umgekehrte Fall stattfindet; dieselben Partikeln, welche auf die propositio die assumptio folgen lassen, können auch an die vorausgehende assumptio die propositio anfügen. Ersteres ist z. B. der Fall bei Cic. de orat. I,§ 92: artem vero negabat esse ullam, nisi quae cognitis penitusque perspectis et in unum exitum spectantibus et nunquam fallentibus rebus contineretur. Haec autem omnia, quae trac- tarentur ab oratoribus, dubia esse et incerta. Letzteres Cic. de offic. III,§ 104: Est enim iusiurandum adfirmatio religiosa. Quod autem adfirmate, quasi deo teste, promiseris, id tenendum est. In beiden Fällen ist autem als Bindemittel gebraucht. Dieselben Con- junctionen nun, welche die Prämissen unter einander verknüpfen, werden auch gebraucht, wenn Ober- oder Untersatz selbst wieder mehrgliedrig sind, um diese Glieder zu ver- binden. Dies ist namentlich im Untersatz häufig, z. B. Xen. Mem. II, 8, 2 u. 3:* 16G0 ³⅜ xοeνον Hεν ⁶ο,, 10 G⁴⁵μααα ενικαην ενμαι 4⁴μάα εοι rdrιν⁶εα εονασeςερ α

5) Es ist hier nur von dem mittelbaren Schlusse die Rede. 6) Die confirmativen Partikeln, welche im Syllogismus vorkommen, lehnen sich in der Regel an eine copulative oder adversative an.