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Die sprachlichen Formen, mit welchen die Glieder des Schlusses im Griechischen und Latei- nischen eingeführt werden.
Die vorliegende Arbeit ist die Ergänzung und Vervollständigung einer früheren, die als Programmabhandlung des hiesigen Gymnasiums im Jahr 1866 erschienen ist. Der Verfasser hatte damals die Absicht, zu zeigen, dass bei der Erklärung der alten Schrift- steller nicht blos das Historische und Antiquarische Beachtung verdiene, sondern dass namentlich das logische Verhältniss der zu grösseren oder kleineren Ganzen verbundenen Gedanken und speciell bei Beweisführungen, wie dies in rednerischen und philosophischen Schriften der Fall ist, der Gang des Beweises darzulegen und die demselben zu Grunde liegenden Syllogismen dem Schüler klar und deutlich vor Augen zu führen seien. Um an- schaulich zu machen, in welcher Weise dies geschehen könne, hatte der Verfasser eine Anzahl von Stellen, die griechischen und römischen Schriftstellern entnommen waren, zu zergliedern versucht. Bei der Betrachtung dieser und ähnlicher Stellen nun fällt sofort der grosse Unterschied auf, der in Bezug auf Gedankenverbindung zwischen den alten und neuen Sprachen stattfindet. Es ist den antiken Sprachen wesentlich, die Gedankenver- hältnisse markirter und anschaulicher auszuprägen, als es die modernen thun. Während
wir dieselben sehr oft blos errathen lassen und eine ausdrückliche Bezeichnung nicht auf-
wenden, stellt der Grieche und Lateiner nicht leicht Sätze verbindungslos neben einander, sondern bezeichnet die zwischen den Gedanken obwaltenden Beziehungen mit Genauigkeit und Bestimmtbeit.¹) Man sieht hieraus, dass für das Verständniss der antiken Schriftwerke die Kenntniss der Verbindungsmittel nicht ohne Wichtigkeit ist. Diese Verbindungsmittel, soweit sie sich auf den Schluss beziehen, mag derselbe nun in streng logischer oder in rhetorischer Form auftreten, sollen im Folgenden Gegenstand der Besprechung sein. Die wichtigsten Arbeiten, welche dem Verfasser über diesen Gegenstand zu Gebot standen, sind, um von den Grammatiken, den bekannten Schriften über griechische und lateinische Partikeln und einigen Werken über lateinischen Stil abzusehen, namentlich die scholae latinae von Seyffert, sowie dessen Anmerkungen zu Xenophon's Memorabilien; ²) hierzu kommen einige Programmabhandlungen, unter denen die Arbeit von Schwubbe im Pro- gramm von Paderborn von 1861 ³) und die Abhandlungen von Birkler in den Programmen von Phingen von 1867, 1868 und 1876 ⁴) namentlich hervorzuheben sind. Hoffentlich werden die folgenden Bemerkungen nicht überflüssig erscheinen.
1) Nägelsbach's lat. Stilistik für Deutsche.
2) Xenophon's Memoiren. Mit Einleitungen und Anmerkungen von-Dr. Moritz Seyffert. Erste Abthei- lung des griechischen Lesebuchs für Secunda.
3) Schwubbe: von der Pflege und Uebung der Syllogistik beim Unterrichte.
4) Besonders die Abhandlung von 1868: Die Argumentation.


