Aufsatz 
Die einfachsten Mittel zur Zeitbestimmung für's practische Leben : 2. Theil / von A. Ebenau
Entstehung
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Bei der Darlegung und Entwickelung der Gesetze für die Contsruction der Son- nenuhr verfolgen wir den allgemein angenommenen, genetischen Weg, weil man, nach Göthe's Ausspruch, das allein vollkommen versteht, von dessen Entstehen man eine deutliche Vorstellung hat*).

Wäre die Erde eine ganz durchsichtige Kugel und nur ihre Axe ein physischer Körper(ein dünner Stab o. dgl.), so ist es klar, dass nur dieser einen Schatten hinter sich werfen würde. Derselbe müsste an der Erdaxe beginnen, und genau in der Ebene, die durch sie und den Sonnenmittelpunct bestimmt wird, sonnenabwärts liegen. Auf 1 nn Waandin 3621 2 a 8431121 1 1 i ai

Zeigers auf die Uhrfläche die Substilarlinie, also der Durchschnitt der durch die Länge des Zeigers auf die Ebene der Uhr rechtwinklig gelegten Ebene mit der Uhrfläche. Auf der Uhrplatte sind die Schatten- richtungen des Zeigers oder die Stundenwinkel der Uhr verzeichnet und gewöhnlich am Rande der Uhr mit den Stundenzahlen versehen. Man unterscheidet ferner nach der Lage der Uhrfläche gegen Horizont und Meridian: 1) reguläre, 2) abweéichende und 3) abweichende und geneigte Sonnenuhren. Die Ebenen aller regulären Sonnenuhren werden von der Ebene des Meridians immer unter rechten Winkeln durchschnitten, so a. die Horizontaluhr, deren Fläche dem Horizonte parallel liegt; b, die Aequinoctialuhr, deren Fläche der Ebene des Aequators parallel liegt, und die in eine obere und untere Aequinoctialuhr zerfällt;. c. die Verticaluhr, bei der die Uhrebene senkrecht auf der Ebene des Horizontes steht, und die entweder eine Mittagsuhr(vordere), oder Mitternachtsuhr(hintere) ist, je nach- dem ihre Fläche dieser oder jener Weltgegend zugekehrt ist;*1 d. die Polaruhr, deren Fläche senkrecht auf der Ebene des Aequators steht, also parallel der Weltaxe unter dem Winkel der Polhöhe gegen den Horizont geneigt ist.

die Fläche aller einfach abweichenden oder declinierenden Uhren steht zwar senk- recht auf der Ebene des Horizontes, allein sie kann jeden beliebigen Winkel bis zu 00, mit der Ebene des Meridians bilden. In diesem letzten Falle liegt die Uhrfläche in der Ebene des Meridians, und man unter- scheidet alsdann eine östliche(Morgen- oder Orfentaluhr) und eine westliche(Abend- oder Occidentaluhr), je nachdem die Fläche nach Osten oder Westen gekehrt ist.

Endlich giebt es declinierende und zugleich inclinierende Uhren, deren Flächen weder auf der Meridian- noch auf der Horizontalebene senkrecht stehen und mit diesen beiden alle möglichen Winkel bilden können.

*) Da nach dem Vorwort zum ersten Theil dieses Programms die vorliegende Arbeit einen rein practischen Zweck hat, dieser zweite Theil derselben nur wegen des beschränkten Raumes im vorigen Jahre nicht gegeben werden konnte, die Sonnenuhr aber ein integrierender Theil meiner Aufgabe ist, so konnte und kann es meine Absicht nicht sein, diesem einfachen Problem irgend welche neue Seite der Be- handlung abgewinnen zu wollen. Ich bin daher der allernatürlichsten, schon von J. J. von Littrow in seinem Werk- chen: Gnomonik oder Anleitung zur Verfertigung aller Arten von Sonnenuhren, Wien, 1838 gewählten Be- handlung gefolgt, und verweise alle die, welche sich mit dieser Sache weiter befassen, und auch über andere mit dieser Materie zusammenhängende Probleme weiter unterrichten wollen, auf dieses kleine, leicht zu be- schaffende Werkchen.. a] 1 1