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anrathen würden, dem es um eine möglichst scharfe Zeitbestimmung zu thun ist, scheint die zu sein, welche schon Kratzenstein 1782 angegeben.*)
Weil aber der Gnomon nur den einen Augenblick des wahren Müttags angiebt, und, sollte dieser durch eine vorüberziehende Wolke für die Beobachtung verloren
nation der Sonne nicht um ½ Secunde unsicher. Kästner Astron. Abhandlungen. 1te Sammlung pag. 171. Die Höhe des von Dom. Cassini in der Petroniuskirche zu Bologna angelegten Gnomons beträgt 83 ½ Fuss, und die Länge der von Metall in den Fussboden der Kirche eingelegten Mittagslinie 180 Fuss. Littrow, Wunder des Himmels, 4te Auflage pag. 676 giebt eine ziemlich vollständige Liste der bemerkenswerthesten Gnomone. Arago Astron. pop. IY, 147. 7
*) Berliner Astronomisches Jahrbuch von Bode für das Jahr 1782.
Man befestigt an der Aussenseite des Hauses über einem nach Süden liegenden Fenster eine Mes- singplatte unter einem Winkel gegen den Horizont, welcher der Polhöhe des Ortes nahe zu gleich ist. Nahe am unteren Rande dieser Platte befindet sich ein rundes Loch von einer Linie im Durchmesser, an dessen oberem Theile eine feine Kerbe mit einer Feile eingeschnitten ist. In einiger Entfernung über dieser Kerbe ragt auf der Aussenseite der Messingplatte ein kleiner Stift empor, in welchen man das Oehr einer Silber- oder Messingsaite, die durch das Loch hindurchgeführt wird, vor der Beobachtung einhängt. Diese Saite führt man durch das Zimmer nach der gegenüberstehenden Wand, wo eine messingene Klammer befestigt ist, welche eine feine Schraube haben muss, damit der Draht, welcher über sie in eine hierzu eigens eingeschnit- tene Kerbe eingelegt und dann durch ein entsprechendes Gewicht gehörig straff angespannt wird, vermittelst dieser Schraube etwas hin und her gerückt, und somit genau in die Verticale über der Mittagslinie gebracht werden kann. Dieser Draht geht durch die Schlinge eines feinen Seidenfadens, der durch ein kleines Ge- wicht angespannt ist und sich so über die ganze Länge des Drahtes hin und herschieben lässt. Um die Schwingungen desselben zu verhüthen, giebt man dem Gewichte ein grosses Volumen und lässt es in ein darunter gestelltes Glas Wasser eintauchen. Läge nun der ausgespannte Metalldraht genau über der Mit- tagslinie, so würde die durch ihn, und das an ihm hängende Loth gelegte Ebene einen Theil der Meridian- ebene darstellen und der Augenblick, wo das durch die kleine Oeffnung hereinfallende Sonnenbild, das man hinter dem Lothe auf einer weissen Tafel auffängt, genau durch den Schatten des Fadens halbiert erscheint, wäre der Moment der Culmination der Sonne. Wenn das Brett etwas von dem Faden des Lothes absteht, so lassen sich die Momente, wo der Schatten des Verticalfadens, der in dem Sonnenbilde sehr scharf erscheint, die beiden Ränder der Sonne berührt, sehr genau beobachten. Ist bereits an dem Orte, wo man wohnt, eine genaue Mittagslinie gezogen worden, so hat man nicht mehr nöthig, diese Operation aufs neue da vorzuneh- men, wo man einen solchen Filargnomon errichten will. Man kann alsdann die Vorrichtungen zu dem- selben schon vorbereiten und durch den Schatten eines ins Fenster gehängten Lothes die Mittagslinie an- nähernd bestimmen, muss aber dann durch ein verabredetes Zeichen oder durch eine gut gerichtete Uhr den genauen Augenblick erhalten, wo die Sonne eben im Meridian steht, um den Gnomon durch die Schraube berichtigen zu können.
Vollständiger erreicht man dieses dadurch, dass man an einem und demselben Tage correspondierende Sonnenhöhen nimmt und zugleich die Culmination der Sonne am Gnomon beobachtet.
Ueber eine einfache Methode, diesen Gnomon zu berichtigen, siehe Bohnenberger, Anleitung zur geographischen Ortsbestimmung, neu bearbeitet von Dr. G. A. Jahn, Göttingen 1852.§. 93. Pag. 99 wird be- merkt, dass an dem Gnomon, den Bohnenberger auf oben beschriebene Weise hergerichtet, das Loch, durch das die Sonnenstrahlen einfielen, sich in einer Höhe von 10 Fuss über dem Boden des Zimmers befand, und dass man an diesem Gnomon die Uhr bis auf eine Secunde genau berichtigen konnte.


