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lig auf der Fläche der Bahn steht, zu allen andern Zeiten aber einen Winkel mit der Erdbahn macht, der den Winkel, welchen die Richtung des Erdmittelpunktes mit der Fläche des Aequators bildet, zu einem rechten ergänzt, so kann diese genau nach Westen gehende Richtung nicht während des ganzen Jahres senkrecht auf der Ebene des Meridians stehen und also immer in den Westpunkt des Horizonts fallen, sondern sie wird über oder unter diesem Punkt in der Ebene eines entsprechenden Höhenkreises liegen.
Nach Verlauf von 6 Stunden hat sich jeder Punkt der Erdoberfläche um 90° nach Osten hin um die Erdaxe fortgeschwungen. Die Ebene des Meridians oder vielmehr der in derselben liegende Erddurchmesser steht alsdann rechtwinklig auf dem Radius vector, und die Tangente der Erdbahn am Erdmittelpunkte fällt also ganz in dieselbe. Es bewegt sich daher jeder Punkt der Erdoberfläche 6 Stunden nach dem die Sonne durch seinen Meridian gegangen, genau in der Ebene des Meridians, allein in der Richtung nach der Erdaxe oder unter den Horizont(für uns nach Norden) hin. Der Winkel, den die Richtung gegen die Fläche seines Parallelkreises macht, ist nach Lage und Grösse dem ganz gleich, den die Richtung des Mittelpunkts der Erde mit der Ebene des Aequators bildet. Um Mitternacht, beim unteren Durchgang der Sonne durch den Meridian, findet ganz dasselbe statt, wie im wahren Mittag. Die Tangente unseres Ortes liegt wieder parallel mit der Tangente der Erdbahn am Erdmittelpunkt, entweder in der Fläche unseres Horizonts oder bildet einen Winkel mit demselben; allein die Richtung der Bewegung geht jetzt nach Osten hin. Um 6 Uhr des Morgens endlich, wo unser Ort drei Viertheile seines täglichen Umschwungs vollendet hat, fällt die Bewegungsrichtung wieder in die Ebene des Meridians allein jetzt nach Süden zu.*) Auf dem ganzen Umlaufe um die Erdaxe be-
*) Es geht hieraus hervor, dass wir uns um Mittag auf der inneren Seite der Erdbahn und also der Sonne am nächsten befinden, und zwar, wenn man die Ausdrücke entschuldigen will, neben der Erde nach Innen, des Abends hinter der Erde, des Nachts neben der Erde nach Aussen, in der grössten Ent- fernung von der Sonne und des Morgens gerade vor der Erde in der Richtung ihrer Bahn. Sollte je ein Zusammenstoss unserer Erde mit einem andern Weltkörper erfolgen, so fragt es sich zunächst, in welcher Richtung gegen die Erdbahn dieser gefürchtete Fremdling heran kommen würde. Ereilte ein solcher die Erde in der Ebene und Richtung ihrer Bahn, also von hinten, so würde dieser Zusam- menstoss für die Orte der ersten Berührung um die sechste Stunde nach der Culmination der Sonne an diesen Orten, oder Abends é Uhr erfolgen, und der Verderben bringende Körper würde den Be- wohnern der dortigen Gegenden von Südosten her zu kommen scheinen. Ereilte hingegen die Erde einen vor ihr in ihrer Bahn danin rollenden Körper, so ist aus Obigem klar, dass der Zusammenstoss für die- jenigen Bewohner der Erde am verderblichsten sein müsste, welche gerade Morgens 6 Uhr hätten. Auch in diesem Falle würde man in jenen Gegenden den gefährlichen Gast langsam von Südosten heranrücken sehen. Die Geschwindigkeit, mit der er sich in beiden Fällen der Erde nähern würde, wäre, da wir die eigene Geschwindigkeit der Erde nicht bemerken, gjeich dem Unterschiede der wahren Geschwindig- keiten beider Weltkörper.— Da der Mond in seiner mittleren Entfernung 51800 geogr. Meilen von uns absteht, so befindet sich die Erde zur Zeit des letzten viertels, wo der Mond um 6 Uhr Morgens culminirt, wenn er um diese Zeit gerade in dem Knoten seiner Bahn und der Erdbahn steht, nach 3 Stunden 30 ½ Minuten genau an dem Orte des Weltraums, den vor dieser Zeit der Mond eingenommen.


