Aufsatz 
Bestimmung der Richtung, in welcher sich ein Punkt der Erdoberfläche in einem gegebenen Zeitmomente durch den Raum bewegt / von A. Ebenau
Entstehung
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wegte sich der Ort immer unter demselben Winkel gegen die Ebene seines Parallelkreises oder deren Verlängerung, den in dem gleichen Momente die Richtung des Erdmittelpunktes mit der Ebene des Aequators machte. Demnach bestimmt sich nun die Grösse des Winkels, den die Bewegungsrichtung unseres Ortes mit der Ebene unseres Meridians macht, in folgender Weise. Des Morgens, oder 6 Stunden vor der Culmination der Sonne, ist sie gleich Oo oder fällt in die Ebene des Meridians, des Mittags gleich 90°, des Abends gleich 180° um Mitter- nacht gleich 270 und wächst so bis zum Morgen auf 360° oder wieder zu 0e heran. Sie ist also in Rücksicht ihrer Lage immer um einen Winkel von 90° oder einen R. dem jedesmaligen Stande der Sonne in der Richtung ihrer scheinbaren täglichen Bewegung um die Erde voraus. Auch für jeden einzelnen Moment der Zwischenzeiten lässt sich dieser Winkel nun bestimmen und nach Lage und Grösse angeben. Da die ganze Umdrehung der Erde um ihre Axe in Bezug auf die Sonne in 24 Stunden mittlerer Zeit erfolgt, die 360°des himmlischen Aequators

mithin in dieser Zeit durch unseren Meridian mit einer Gleichförmigkeit dahin gehen, die seit

Menschen den Himmel beobachtet haben, auch nicht um eine Secunde sich für die Länge des Tages geändert hat, so schieben sich in einer Stunde, oder dem 24 ten Theil des Tages, auch 360° 1 1 über unseren Meridian dahin. Der Winkel, den der Declinationskreis irgend eines Punktes am Himmel mit dem Meridian macht, wächst also genau in dem Verhältnis der Zeit, die seit der Culmination dieses Punktes verflossen. Allein das Mass dieses Winkels liegt nicht in unserem Horizonte, sondern in der Ebene des Aequators, und ist dem Bogen desselben gleich, den der Meridian uud der Declinationskreis begrenzen. Steht uns also ein Instrument zu Gebot, durch welches wir in der Ebene des Aequators und des Meridians jeden beliebigen Winkel messen können, so lässt sich dieser Zielpunkt unserer Bewegung, dessen Abstand vom Aequator wir schon früher, und dessen Abweichung von der Ebene des Meridians wir so eben kennen gelernt haben, in jedem Momente unmittelbar angeben und bestimmen. Ein solches Instrument aber ist die Armille oder Armillarsphäre. Sie besteht wesentlich aus der Verbindung dreier grösster in 360°eingetheilter Kreise, deren zwei einen gemeinschaft- lichen Durchmesser als Axe haben, um den sich der eine(innere) so herum bewegen lässt, dass er sowohl ganz in die Fläche des ersten fallen, als auch jeden beliebigen Winkel mit

= 150 und in einer Minute der 60 te Theil von 15⁰°, oder 15 Bogenminuten des Aequators,

Läge nun die Mondbahn genau in der Ebene der Ekliptik, so würde jedesmal zur Zeit des letzten Viertels, wo der Mond gerade vor der Erde herläuft, die letztere über einen halben Tag lang sich durch denselben Raum des Weltalls hinbewegen, den der Mond vor 3 ½ Stunden eingenommen, so wie zur Zeit des ersten Viertels dasselbe beim Mond der Fall sein würde. Da aber die Mondbahn nuter einem Winkel von 5⁰0 8 48 gegen die Erdbahn geneigt ist und die Durchschnittspunkte beider Bahnen in 18,6 Jahren von Osten nach Westen den ganzen Thierkreis durchlaufen, so findet obiges Zusammen- treffen der Bedingungen nur selten statt.