Aufsatz 
Bestimmung der Richtung, in welcher sich ein Punkt der Erdoberfläche in einem gegebenen Zeitmomente durch den Raum bewegt / von A. Ebenau
Entstehung
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treffen und schneiden und zwar entweder über der Tischfläche oder unter derselben; oder sie werden sich gar nicht treffen und nur in verschiedenen Abständen sich kreuzend aneinander vorbei gehen. Denken wir uns nun die Erde in dem Punkte ihrer Bahn, den sie gegen den 23. Juni erreicht, wo für sie also die Sonne eben in den Wendekreis des Krebses ein- getreten ist und somit die grösste Höhe über unserem Horizonte erlangt hat, so wird in diesem Punkte die verlängerte Erdaxe mit der verlängerten Sonnenaxe zusammen treffen und peide werden sich unter einem Winkel von 23 ½° auf der Nordseite der Erdbahnfläche schnei- den. Der Nordpol der Erde ist in dieser Lage der Sonne direct zugeneigt. Der Radius vector der Erde liegt in der Fläche des Neigungswinkels, und es muss, da die Bewegung der Erde immer rechtwinkelig auf denselben erfolgt, die ganze Fläche und somit auch die in ihr liegende Axe der Erde sich so fortschieben, dass jeder Punkt derselben in dem auf ihm und zugleich auf der Neigungsfläche errichteten Lothe sich fort bewegt. Der Mittelpunkt der Erde bewegt sich also genau in der Ebene des Aequators, sowie der Mittelpunkt jedes Parallelkreises genau in der Ebene desselben. Indem nun die Erde immer weiter in ihrer Bahn fortrückt, und sich nach dem Punkte der Aequinoctien hin bewegt, weichen die beiden Axen immer mehr auseinander, bis nach Verlauf eines Vierteljahres sie denjenigen Punkt ihrer Bahn erreicht hat, wo die beiden Pole derselben gleichweit vom Mittelpunkte der Sonne abstehen, und die beiden Axen sich im grössten Abstande auf beiden Seiten der Bahnfläche kreuzen. In diesem Punkte ist also die Nordhälfte der Erdaxe in der Richtung der Bewegung vorange- neigt und bildet mit der Ebene der Bahn den Winkel von 66 ½0. Jeder Punkt der Axe bewegt sich also in der Ebene des Neigungswinkels und der Mittelpunkt der Erde in einem Winkel von 23 ½0 über die Ebene des Aequators hinaus, nach Norden zu, und ebenso der Mittelpunkt eines jeden Parallelkreises. Die Bewegungsrichtung in dem eben durchlaufenen Quadranten begann mit dem rechten Winkel und neigte sich immer mehr nach Norden zu, bis sie zur Zeit des Herbstäquinoctiums ihren grössten Werth nach dieser Seite hin erlangt hatte. Von nun an nimmt dieser Winkel mit dem Fortrücken der Erde in ihrer Bahn wieder ebenso regelmässig ab, wie er im vorigen Quadranten zugenommen. Die beiden Axen, die im vorigen Quadranten immer noch eine geringere Entfernung von einander auf der

getheilt, und jeden derselben nach den Sternbildern benannt, die damals von der Sonne aus gesehen gerade hinter demselben standen. Der Durchschnittspunkt der Ebene des Aequators und der Ekliptik lag damals in einem Längenkreise, welcher durch den äussersten Stern am linken Horn des Widders (T. Arietis, Mesarthim,) gieng. Seitdem ist nun der Abstand dieses Sternes vom ersten Längenkreise immer gewachsen, und beträgt jetzt schon mehr als 30°; so dass jetzt die Sternbilder alle um ein ganzes Zeichen weiter nach Osten zu fortgerückt sind als in der Zeit, wo sie ihre Namen noch den 12 Theilen der Ekliptik gaben. Man muss daher genau zwischen den Zeichen und den stern- bildern der Ekliptik unterscheiden. Bei der so langsamen Bewegung dieser Veränderung wird, da erst in einem Jahrhundert der Nachtgleichepunkt um 1⁰ 23 5 zurückgewichen, derselbe 25 868 Jahre gebrauchen, um seinen ganzen Umlauf um den Himmel zu vollenden.