Aufsatz 
Bestimmung der Richtung, in welcher sich ein Punkt der Erdoberfläche in einem gegebenen Zeitmomente durch den Raum bewegt / von A. Ebenau
Entstehung
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Nordseite der Bahn(also über dem Tische) gehabt, wechseln nun ihre Rollen, indem sie sich auf der Südseite(unter der Tischfläche) jetzt zu nähern, oben aber immer weiter auseinander zu weichen fortfahren. Gegen den 23. December wird die Erde den Punkt ihrer Bahn er- reichen, wo die verlängerte Südhälfte der Erdaxe die Sonnenaxe zum zweitenmale trifft und alsdann mit ihr den Winkel von 23 ½l3°bildet. In diesem Punkte liegt der Neigungswinkel der Axe gegen die Bahn(den wir immer auf der Nordseite der Bahn rechnen) ganz von der Sonne abgewendet. Der Südpol der Erde ist also direct der Sonne zugeneigt und die Fläche, in welcher der Neigungswinkel der Erdaxe zu ihrer Bahn gemessen werden muss, geht zum zweitenmale durch die Sonne. Die Bewegungsrichtung eines jeden Punktes der Erdaxe ist also wieder rechtwinkelig auf dieselbe und der Mittelpunkt der Erde bewegt sich wieder genau in der Ebene des Aequators. Von nun an finden in der zweiten Hälfte der Erdbahn die- selben Erscheinungen statt, wie in der ersten Hälfte, nur dass alle Winkel in die entgegenge- setzten übergehen. Die Südhälfte der verlängerten Erdaxe entfernt sich immer mehr von der Sonnenaxe, ist nach durchlaufenem dritten Quadranten am meisten in der Richtung der Bahnbewegung vorangeneigt, und der Mittelpunkt der Erde, dessen Bewegungsrichtung bei Anfang des dritten OQuadranten noch in der Ebene des Aequators lag, bewegt sich nun in einem Winkel von 23 ½ unter diese Ebene nach Süden zu. Von nun an nimmt auch dieser Winkel wieder nach und nach ab, bis er die Ebene des Aequators wieder erreicht, nachdem die Erde ihren vierten Quadranten durchlaufen und zu dem Colur der Sonnenwenden zurück- gekehrt ist, von wo wir sie haben ausgehen lassen. Da die so eben angestellte Betrach- tung die Grundbegriffe enthält, auf denen alle unsere weiteren Untersuchungen beruhen, so wird es nicht unzweckmässig sein, wenn wir die uns hieraus gewordenen Resultate in kurzen Sätzen hier zusammen stellen.

1) Der Mittelpunkt der Erde liegt immer in der Fläche der Erdbahn und die Richtung

seiner Bewegung ist immer rechtwinkelig auf das Ende des Radius vector.*) 2) Im Colur der Sonnenwenden ist die Richtung der Bewegung des Erdmittelpunkts senkrecht auf die Erdaxe und liegt also in der Ebene des Aequators.

*) Da die Erdbahn kein vollkommener kreis, sondern eine, wenn auch nur wenig von der Kreisform ab- weichende Ellipse ist, so gilt obiger Satz in seiner ganzen Strenge eigentlich nur von den beiden End- punkten der grossen Axe. Von diesen an bis zu dem Endpunkte der kleinen Axe wächst der Winkel (wegen der sehr geringen Excentricität der Erdbahn von 0° 57, 56, 38) allmählig, obgleich nur sehr wenig über einen R. und erreicht im Endpunkt der kleinen Axe seinen grössten Werth, von Wo er dann wieder bis zur grossen Axe abnimmt.

Streng genommen ist es nicht der Mittelpunkt des Erdkörpers, der in seiner Fortbewegung die Erdbahn beschreibt, sondern der gemeinschaftliche Schwerpunkt der Erde und des Mondes. Allein die Entfernung desselben vom Mittelpunkt der Erde ist gegen den Radius der Erdbahn so gering, dass sie bis zu einer verschwindenden Grösse herabsinkt und für unseren Zweck ganz ausser Acht gelassen werden kann.

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