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bewege sich ein anderes Stäbchen dergestalt, dass es in jedem Punkte seiner Bahn unverrückt nach einem und demselben in unendlicher Ferne über ihm befindlichen Punkte hinzeigt, und dadurch immer unter dem Winkel von 66 ½°*) gegen die Fläche des Tisches geneigt bleibt. Dieses letzte Stäbchen versinnlicht uns die Erdaxe, deren Lage also in allen Punkten ihrer
Bahn
*)
**)
unter sich parallel ist**½).
Die Erde durchschneidet diese Ebene um den 11. Juni und 12. Dechr. An diesen beiden Tagen, wo wir uns in der verlängerten Ebene des Sonnenäquators befinden, erscheint uns derselbe als eine gerade Linie, während er sich zu jeder andern Zeit als eine mehr oder weniger geöffnete Hälfte einer Ellipse darstellen muss. Zugleich liegen an den beiden genannten Tagen die beiden Pole der Sonne in dem nördlichen und südlichen Rande derselben, und die Sonnenflecken, welche um diese Zeit über die Sonnen- scheibe hinzuziehen scheinen, beschreiben gerade Sehnen. Vom 11. Juni an erhebt sich die Erde über den Sonnenäquator nach Norden zu; der Südpolder Sonne verschwindet hinter dem südlichen Rande derselben und wir sehen immer weiter über den uns zugeneigten Nordpol der Sonne hinaus. Die Bahnen aller Sonnenflecken stellen sich um diese Zeit als Hälften von Ellipsen dar, die sämmtlich ihre convexe Seite nach Süden zu richten. Um die Mitte des Septembers erreicht die Erde ihre grösste Höhe über dem Aequator der Sonne, und der Nordpol derselben steht alsdann um 7⁰ 20 vom Sonnenrande ab und uns direct zugekehrt. Von dieser Zeit an werden die Ellipsen der Bahnen der Sonnenflecken wieder ge- streckter, der Nordpol rückt dem Sonnenrande wieder näher, bis am 12. December die Erde zum zweitenmal durch die Fläche des Sonnenäquators geht und sich nun ein halbes Jahr lang unterhalb desselben(südlich von ihm) hinbewegt, und alle jene Erscheinungen von Sonnenſſecken und Pol sich in der umgekehrten Weise darstellen.
Es wird hier ein für allemal bemerkt, dass der Kürze halber der Neigungswinkel des Aequators gegen die Erdbahn im Texte immer mit der runden Zahl 23 ½ ⁰0und das Complement desselben mit 66 ½⁄ bezeichnet worden. Die genaue Grösse des ersteren oder die mittlere Schiefe der Ekliptik für den 1. Januar 1854 ist 23⁰ 27 30“, 12, die des zweiten also 660 32, 29, 88. The Nautical Almanac for the year 1854 pag. 242.
Es wird hier die geeignetste Stelle sein, um von dem, was man das Vorrücken oder die Präcession der Nachtgleichen nennt, eine allgemein fassliche Erklärung zu geben. Es ist oben gesagt worden, dass die Axe der Erde unter dem constanten Winkel von 66 ⁄½0 gegen die Bahnfläche sich immer so fortbewege, dass sie beständig nach einem und demselben Punkte des Himmels hinzeige. Streng genpommen ist dieses nicht ganz richtig. Sowohl die Lage der Bahnfläche(und hierdurch der Winkel, den sie mit, der Erdaxe bildet) als auch die Richtung der Erdaxe sind veränderlich. Da aber die Ebene der Bahn in ihren Oscillationen sich nur äusserst wenig von einem Mittelwerthe entfernt, so können wir sie für unsere gegenwärtige Betrachtung ohne merklichen Fehler als fest und unverrückbar annehmen. Dasselbe ist uns auch gestattet in Bezug auf die Grösse des Neigungswinkels der Erdaxe, oder was dasselbe ist, der Schiefe der Ekliptik, die ja nur das Complement dieses Neigungswinkels ist. Ganz anders aber verhält es sich mit der Richtung, in welcher die Fläche des Neigungswinkels liegt. Diese ist durchaus nicht constant, sondern verändert sich durch die gemeinsame Anziehung der Sonne und des Mondes auf die um den Aequator der Erde angehäufte Materie, durch welche die Erde eine sphaeroidische Gestalt erhalten hnat, jeden Augenblick, obgleich in so langsamer Weise, dass sie nach Verlauf eines Jahres nur um den kleinen Winkel von 0oo 0˙ 50“, 10 von der des vorigen Jahres abweicht. Da aber die Erdaxe immer rechtwinkelig auf der Ebene des Aequators, die Durchschnitts- linie dieser Ebene mit der Erdbahn aber immer rechtwinkelig auf der Ebene des Neigungswinkels steht, so folgt daraus, dass jede Abweichung dieser Ebene von ihrer vorigen Lage auch eine ent- sprechende Aenderung in der Richtung der Durchschnittslinie jener beiden Ebenen nach sich ziehen muss. Um dieses recht klar einzusehen, ziehe man in einem etwas grösseren Kreise zwei auf einander


