Aufsatz 
Zur Festordnung der großen Dionysien
Entstehung
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zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts durch eine Tragödie

ersetzt und somit ein vierter Tragödientag notwendig ge- worden. Von der Polusanekdote sagt Stahl mit Recht,«dass wir ja nicht wissen, ob diese Kraftleistung in den diony- sischen Wettkämpfen zu Athen vor sich ging, zumal wir für die Zeit nicht den geringsten Anhaltspunkt haben. Die Ersetzung des Satyrspiels in der Tetralogie durch eine vierte Tragödie, die Oehmichen(Anfänge der dionysischen Wett- kämpfe 8. 115 f.) als allgemeine Regel annimmt, ist auch durch- aus nicht genügend beglaubigt. Das einzige bestimmte Bei- spiel dafür ist die Alkestistetralogie des Euripides, die aus den Kreterinnen, Alkmaeon in Psophis, Telephos und der uns erhaltenen Alkestis bestand; doch ist ja Alkestis keine eigent- liche Tragödie, sondern infolge des manchmal burlesken Ausdrucks und des glücklichen Ausgangs eher ein Lustspiel, sodass sie jedenfalls lediglich den Zweck hatte, in diesem Falle das Satyrspiel zu ersetzen.!) Und woher kommt auf einmal im 4. Jahrhundert wieder das Satyrspiel, wenn es schon lange vorher abgeschafft war?

Für das 5. Jahrhundert werden wir also nur 3 Tragödien- tage anzusetzen haben; ob nun an jedem Tage eine ganze Tetralogie, oder je ein Stück von allen Dichtern aufgeführt wurde, wage ich nicht zu entscheiden. Im 4. Jahrhundert kommen dann die ausser Konkurrenz stehende Tragödie eines alten Meisters sowie zwei weitere Komödien hinzu, wogegen die Satyrspiele auf eins beschränkt werden; deshalb müssen wir jetzt 5 Spieltage annehmen, und zwar einen Komödien, einen für die raiaıd geypdia und das Satyr- spiel und drei für die Tragödien. Vielleicht nahm man auch, um die Länge der Spielzeit an den e auszugleichen, noch eine Komödie und das Satyrspiel bestimmten'T

!) Vgl. Rauehenstein, über die Alkest; stein, Alkestis des Euripides, Aarauer Programm 1847. ee

für die

inzelnen Tagen besser auf den für die alte Tragödie ag herüber,