Aufsatz 
Zur Festordnung der großen Dionysien
Entstehung
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Die Beweisführung Oehmichens für die Gleichheit der Begriffe ayoy und&rtdsı&ts ist daher hinfällig; ausserdem be- zieht sich Zrtdsräts auch in diesen Inschriften nicht speziell auf das Bühnenwesen, sondern wird von jeder Art öffent- licher Schaustellung gebraucht,!) und ärzdsitavro ist ganz seiner ursprünglichen Bedeutung nach zu übersetzenes zeigten sich, es produzierten sich.

Aus dieser Bodeutung von ayay zal Emtdztfis Dar- stellung, Aufführung folgert also Oehmichen, dass der Scholiast den bei Aeschines erwähnten Ankündigungsproagon als Hauptprobe der tragischen Spieler im Odeion, die sich über mehrere Tage erstreckte, erklärt, und fügt dann hinzu: Freilich darf man sieh dureh. die Benennung ‚Hauptprobe nieht zu einer falschen Vorstellung verleiten lassen, denn es fehlten dabei Masken und Bühnentracht, es fehlten auch die Maschinerien und der Bühnenschmuck, die sich im Odeion nicht fanden. Allerdings würde eine solcheHauptprobe, sehr von unserm heutigen Begriff abweichen, denn sie besteht ja nur darin, dass die drei Schauspieler, obwohl sie doch gewöhnlich mehrere Rollen, darunter Weiberrollen, darzu- stellen hatten, ohne Masken und ohne Kostüme auftreten; Dekorationen, Maschinerie, Koulissen fehlen auch, denn die Hauptprobe findet ja an einem andern Orte statt wie die Aufführung. Was hat nnn aber eine solcheHauptprobe* für einen Sinn? Das freie Hersagen der Rollen und das Einnehmen der verschiedenen Stellungen ist doch wohl schon in den vorhergehenden Proben genügend geübt worden. Die Generalprobe kann auch im Altertum keinen anderen Zweck gehabt haben als den, ein möglichst getreues Bild der eigentlichen Aufführung zu geben; dabei müssen unbedingt die gleiche Lokalität und die gleichen Apparate vorausgesetzt werden, denn bei der(einmaligen) Aufführung selbst musste alles genau klappen, sonst war der Dichter schon von vorn-

1) Dass Arıdsiayuadar in diesen Inschriften, sowie bei Suidas und Photios s. v. wöziov von den Künstlern, bei Plato a. a. O. aber von dem seine Stücke zur Aufführung bringenden Dichter gebraucht wird, ist aus den verschiedenen Bedeutungen des Mediums zu erklären.