Aufsatz 
Zur Festordnung der großen Dionysien
Entstehung
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Natürlich kann bei diesen Folgerungen die früher all- semein angenommene Festordnung der grossen Dionysien nicht mehr bleiben, denn jetzt sind die kyklischen Wettkämpfe vor den bisher als Anfangstermin des Festes betrachteten S. Elaphebolion zu setzen, sodass(a. a.0.8. 118) am 5. Elaph. die zrouze; stattfindet, woran sich am 6. die Knaben- und am 7. die Männerchöre anschliessen. Auf den 8. Elaph., an welchem übrigens im Anfang nur das Asklepiosopfer stattfand, folgt dann ein Tag für die Komödien und bis gegen die Mitte des 5. Jahrhunderts drei, später vier Tage für die Tragödien, worauf am 14. die Pandia das Fest beschliessen.

Dies ist kurz der Hauptinhalt der Ausführungen Oeh- michens über den xwwos und zreoayov, deren Ergebnisse auch in das von ihm bearbeitete Handbuch der Bühnenalter- tümer(Iw. Müllers Handbuch V, 3, 8. 192 ff. und 264 ff.) aufgenommen sind.!)

Um diese Ausführungen Oehmichens auf ihre Richtigkeit Prüfen zu können, müssen wir zunächst von dem Begriff

1) Albert Müller(die neueren Arbeiten auf dem Gebiete des griechischen Bühnenwesens, Philologus Suppl. VI, 1. Hälfte) gibt S. 73-76 ein kurzes Referat über Oehmichens Abhandlung; zum Schluss fasst er seine Meinung zusammen in den WortenWenngleich die Ausführungen des Verfassers durchaus nicht einwandfrei sind, wird man seinen Vermutungen doch mit um so lebhafterem Interesse folgen, als die bisherigen Anschauungen in der That nicht alle Schwierigkeiten beseitigt haben; bindende Schlüsse werden sich auf diesem dunklen Gebiete aus den spärlichen Nachrichten nicht ziehen lassen.

Dagegen stellt sich Wecklein in seiner Recension(Berliner philol. Wochenschrift XI, S. 600 f.) bei der Besprechung des Proagon ganz auf den Standpunkt von Rohde(Rhein. Museum XXXVII, 8. 251 ff, vergl. unten S, 9ff.) und verwirft Oehmichens Ausführungen über diesen Punkt alstüftelig. Ueber den Komos sagt WeckleinDie Bemerk- ungen, die O. über rooKywWv E77) iso und Proagon im Theater an das Vorhergehende anknüpft, müssen hiernach auf sich beruhen. Achnlich äussert sich J. M. Stahl(de Euegori lege disputatio, Ind. leet. Monast. 1893 aest. S. 19). Ferner schreibt Oehmichen in seinem Hand- buch der Bühnenaltertümer$. 265:Rohde erhebt brieflich Widerspruch gegen meine Auffassung.