Aufsatz 
Zur Festordnung der großen Dionysien
Entstehung
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Alle diese Bestandteile des Festes sind uns anderwärts hinreichend bezeugt, einzig der Komos tritt uns nur im (iesetze des Euegoros als Teil der grossen Dionysien entgegen.

Was bedeutet nun x@wog in der Festordnung der grossen Dionysien?

Aug. Mommsen(Heortologie 8. 392) fasst ihn auf als Umzug nach dem Schmaus und denkt(S. 394) an den Siegesschmaus, das Gelage, das dem Siege eines Knabenchores folgte.!)

Dieser Ansicht widerspricht, dass, wie aus den Haut- gelderinschriften hervorgeht, bei einer ganzen Reihe anderer Feste öffentliche Schmäuse abgehalten wurden. Dass gerade dem Siege eines Knabenchores ein Siegesschmaus folgte, schliesst Mommsen nur aus dem Gesetz des Euegoros; jeden- falls war ein solcher Schmaus nicht wichtig genug, um in eine offizielle Liste der Festteile aufgenommen zu werden.

Im Gegensatz zu dieser Erklärung deutete Gust. Oehmichen (» Anfänge der dramat. Wettkämpfe in Athen« in den Sitzungs- berichten der k. bayer. ran der Wiss., philos.-philol. und hist. Klasse 1889, II, S. 103 ff.) den Komos als offiziellen Festzug, der durchaus nicht den durch das Wort x@uog nahe- gelegten Charakter der Ausgelassenheit trug. Dieser Zug führt am 8. Elaphebolion vom Dionysostempel, wo eine gottes- dienstliche Vorfeier(C. J. A. II, 307 ist von zrooayanes&v rofs iegois die Rede), stattfindet, zum Theater, wo sich der eigentliche rg0«ywv anreiht, den wir aus Aeschines 3,67 kennen. Diese 3 Begehungen, die sacrale Feier, der Zug und der roo&yov im Theater, haben den Zweck, die drama- tischen Wettkämpfe, den zweiten Hauptteil des Festes, ein- zuleiten; sie trennen die scenischen von den vorausgehenden Iyrischen Agonen, denen die our; als Einleitung dient.

I) Dass an den grossen Dionysien ein öffentlicher Schmaus ray sehen wir aus derHautgelderinschrift 0. JAH,

1, 2. 16& Aovvoiov Tav&v dore lege] Bonvov

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