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ſundheitszuſtand der Lehrer und Schüler ein befriedigender zu nennen und nur wenige Schüler waren auf längere Zeit durch Krankheit am regelmäßigen Schulbeſuch gehindert.
Wenn auch die Lehrer wohl mehr Urſache hatten, im verfloſſenen Schuljahr mit dem Fleiße der Schüler im allgemeinen zufriedener zu ſein, als in den beiden früheren Jahren, ſo daß ein Fortſchritt in dieſer Beziehung nicht zu verkennen iſt; ſo muß doch hier ausgeſprochen und zur Kenntniß der Eltern gebracht werden, daß bei vielen Schülern der gezeigte Fleiß noch nicht für hinreichend erklärt werden kann, um ein regelmäßiges Aufrücken in höhere Claſſen in Ausſicht ſtellen zu können. Die Lehrer ließen es auch in dieſem Jahre an wirkſamen Mitteln, die nachläſſigen Schüler zum größeren Fleiße und regerer Aufmerkſamkeit zu bringen und zu gewöhnen, nicht fehlen; ſo war denn auch in dem letzten Schuljahr gleichwie in dem vorhergehenden die Einrichtung getroffen, daß jeder Hauptlehrer an einem Wochentage die Beaufſichtigung der mit Arreſt beſtraften Schüler übernahm, damit dieſe unter Aufſicht die zu Hauſe nicht ausgeführte Aufgabe nachholten. Gerade in dieſer Hin⸗ ſicht wäre eine noch innigere Beziehung zwiſchen Schule und Haus ſehr wünſchenswerth und gewiß vom größten Nutzen für die Schüler. Die Eltern können überzeugt ſein, daß alle Lehrer der höheren Bürgerſchule, wie überhaupt jeder gewiſſenhafte Lehrer, zu jeder Zeit ſehr gern bereit ſein werden, jede über die Schüler gewünſchte Auskunft zu ertheilen.
Der 22. März vereinigte um 8 Uhr vormittags ſämmtliche Lehrer und Schüler zur ange⸗ meſſenen Feier des höchſterfreulichen Geburtsfeſtes Sr. Majeſtät des Königs. Die Feſtrede hielt der Unterzeichnete, in welcher er an der Hand der Geſchichte eine Betrachtung der Lage des deutſchen Volks zu den Zeiten der Einheit und der Zerſplitterung der deutſchen Volksſtämme anſtellte. Sodann wechſelten patriotiſche Geſänge mit dem Vortrag paſſender Gedichte durch die Schüler ab.
Da nun mit der Anerkennung der Anſtalt als höhere Bürgerſchule dieſer ein beſtimmtes Ziel geſtellt iſt, mit deſſen Erreichung der abgehende Schüler, wie allgemein anerkannt werden muß, nicht nur ein höheres Maaß der Bildung erlangt hat, wodurch er eine höhere Stufe in geſellſchaftlichen und öffentlichen Leben einzunehmen, befähigt iſt; ſondern mit deſſen Erreichung er ſich auch die Berechtigung zum Einjährigen Freiwilligendienſte erwirbt und den Zutritt zu vielen Zweigen des Staatsdienſtes eröffnet: ſo darf man wohl erwarten, daß nicht nur die Eltern in richtiger Erkennung der großen Wichtigkeit der Erlangung genannten Zieles, dem häuslichen Fleiße ihrer Söhne die nothwendige Aufmerkſamkeit widmen werden, ſondern daß jetzt auch der Schüler ſelbſt einſehen wird, welche großen Vortheile ermit der Abſolvirung des Abiturienten⸗Examens der höheren Bürgerſchule erlangt, und daß dieſe wohl einen nicht geringen und regelmäßi⸗ gen Fleiß verdienen.
Hoffen wir denn, daß in der erfolgten Anerkennung ein Antrieb für Eltern und Söhne liegen möge, daß letztere eine immer höhere Stufe der Bildung erreichen, indem beide die Nothwendigkeit einer tüchtigen Schulbildung zu dem immer mehr erſchwerten ſicheren Fortkommen als ganz uner⸗ läßlich erkennen. 66


