Aufsatz 
Die Correctur sämmtlicher Hefte durch den Lehrer ist nutzlos : Versuch einer psychologischen Begründung dieser Behauptung / [Dute]
Entstehung
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dem eingeſchlagenen Wege mit neuer Luſt und Liebe weiter fortzuſchreiten. Für den Unterzeichneten trat noch ein weiteres Moment hinzu, die Gefühle freudigen Dankes und gefundener Anerkennung zu erhöhen, indem derſelbe von Sr. Excellenz dem Unterrichtsminiſter Herrn von Mühler definitiv zum Rector der höheren Bürgerſchule unter huldreicher Anerkennung ſeiner bisher geleiſteten guten Dienſte ernannt wurde.

Von hohem Miniſterium des Unterrichts ꝛc. war denn auch gleichzeitig der Lehrplan, welcher ſeither der Realſchule zu Grunde gelegt war, auch für die höhere Bürgerſchule genehmigt worden.

Wie ſchon in den vorjährigen Schulnachrichten bemerkt worden war, wurde dieſes Schuljahr mit vier aufſteigenden Claſſen begonnen, welche dem Unterrichtsplane einer höheren Bürgerſchule entſprachen. Deshalb wurden denn auch nunmehr die Benennungen, wie ſie bei den preuß. höheren Lehranſtalten gebräuchlich ſind, mit jenem Zeitpuncte eingeführt und die Claſſen mit Sexta, Quinta, Quarta, Tertia benannt. Mit dem nächſten Schuljahr tritt nun die letzte Claſſe einer höheren Bür⸗ gerſchule, die Secunda, hinzu, womit die Anſtalt zunächſt ihren Abſchluß erreicht. Gerade dieſe Claſſe mit einem zweijährigen Curſus iſt ganz beſonders geeignet einen 14 16 jährigen Schüler zu fördern und demſelben eine für den induſtriellen Beruf erforderliche und genügende Bildung zu gewähren. Hoffentlich werden auch die Bürger Marburgs erkennen, welcher große Vortheil ihren Söhnen hierdurch geboten iſt, und dieſe erſt nach Abſolvirung dieſer Claſſe als hinreichend vorbereitet anſehen, einen angemeſſenen Lebensberuf zu wählen und zu erlernen.

Zur Beſchaffung der durch die Hinzufügung der Secunda weiter nöthig werdenden Lehrkräfte, insbeſondere eines academiſch gebildeten Lehrers für den lateiniſchen Unterricht, iſt bereits Vorſorge getroffen und wird derſelbe mit dem Beginne des neuen Curſus eintreten.

Unter den wenigen Anforderungen, welche das Königliche Miniſterium bezw. das Königliche Provinzial⸗Schulcollegium bei der erfolgten Anerkennung als höhere Bürgerſchule ſtellte und denen zum Theil von den ſtädtiſchen Behörden ſchon entſprochen iſt, bezieht ſich eine auf das Local der Anſtalt, welches in manchen Beziehungen nicht genügend befunden worden iſt. Wie die Verhältniſſe gegenwärtig hier liegen, ſo iſt dieſe Frage nicht einzeln zu behandeln, ſondern muß in Verbindung mit den für die anderen Schulen höchſt dringend erforderlichen Neubauten berathen und beſchloſſen werden. Einſtweilen wird dem Bedürfniß der höhern Bürgerſchule durch Herrichtung weiterer zweck⸗ dienlicher Lehrzimmer in dem bisherigen Schulgebäude entſprochen.

Noch ein weiterer Beſuch war der Anſtalt im Laufe des verfloſſenen Schuljahrs am 18. Auguſt zugedacht und ausgeführt. Herr Dr. Euler, Civil⸗Turnlehrer an der Königlichen Centralturnhalle zu Berlin, inſpicirte den Turnunterricht ſowie die Locale und Geräthſchäften für denſelben. Der ſchon lange unangenehm empfundene und hindernd wirkende Uebelſtand, daß der Sommer⸗Turn⸗ platz zu weit von der Stadt entfernt liegt, auch bei eintretendem Unwetter keinen Schutz und zu keiner Tageszeit Schatten bietet, wurde von demſelben bemerkt. Herr Dr. Euler fand den Renthofs⸗ platz zum Turnplatz ſehr geeignet, und es dürfte wohl auch jetzt nicht mehr, wie ehedem, ein Hin⸗ derniß, denſelben zu dieſem Zwecke zu verwenden, entgegenſtehen. Die gegenwärtige Turnhalle wurde nur in Ermangelung eines beſſeren Locals und mit Rückſicht auf die bedeutenden Koſten eines Neu⸗ baues für genügend erklärt. Den weiter von Herrn Dr. Euler geſtellten Deſiderien, welche durch den Unterzeichneten zur Kenntniß des Curatoriums und hierdurch an die ſtädtiſchen Behörden ge⸗ langten, ſuchte man bereitwilligſt zu entſprechen.