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ſein tritt(cf.§. 17). Aehnlich läßt der geübte Tänzer oder Clavierſpieler ſeine Hand⸗ und Fuß⸗ bewegungen, die vermittelſt der Muskelgefühle zu ſtehenden Reihen geworden ſind, ablaufen, ohne ſich der Anfangs in Menge gefällten Urtheile weiter bewußt zu werden.
Die größere oder geringere Schnelligkeit aber, mit welcher ein Schüler ſich der Regel erinnert, wird abhängen von dem größern oder geringeren Grade von Feſtigkeit, mit welcher die Wörter ſammt ihren Bedeutungen, innerhalb und außerhalb der Reihe nebſt dem Urtheil, daß dieſelben ihr Object im Dativ zu ſich nehmen, im Kopfe haften.—
Je öfter aber das Urtheil angewendet wird, d. h. je mehr Sätze aus dem Lateiniſchen in's Deutſche überſetzt werden, um ſo feſter wird die Verknüpfung der deutſchen Accuſativvorſtellungen mit den lateiniſchen Dativvorſtellungen, um ſo mehr wächſt die Fertigkeit im Ueberſetzen(cf.§. 15).
Es fragt ſich nun: Wie kann der Lehrer die Ungleichheit des häuslichen Fleißes ausgleichen, damit die Regel mit möglichſt gleicher Feſtigkeit im Kopfe hafte?
Ferner wie läßt ſich ohne Zeitverluſt eine möglichſt große Anzahl von Sätzen zur Einübung gewinnen, da gewöhnlich auch die beſten Grammatiken deren nur ſehr wenige bieten?*)
Um die Lücken des häuslichen Fleißes in verhältnißmäßig kurzer Zeit auszufüllen und ſich eine große Anzahl Uebungsſätze zu verſchaffen, dazu bietet die ſchwarze Schultafe l die beſte Gelegenheit.
Die Hemmungsſumme(A+ B)§. 7 iſt beim häuslichen Arbeiten theils nach der Verſchieden⸗ heit des guten Willens und der Energie, theils nach Stand und Gewerbe der Eltern der einzelnen Schüler nothwendig eine ſehr verſchiedene, wenn man auch die verſchiedenen Anlagen gar nicht in Betracht zieht; es wird deshalb die Differenz X—(A+ P) einen ſehr ungleichen Werth bekommen, wenn X die hemmungsfreie Vorſtellung bezeichnet.(cf.§. 3). In der Schule dagegen wird die Summe (A+ B) für alle ziemlich gleich ſein.
Denn einmal wird hier die Stärke des unvillkürlichen Vorſtellungsablaufs(B) vermindert durch die Autorität des Lehrers, die hier die mangelnde Energie des Knaben erſetzt, andererſeits iſt durch pädagogiſche Vorſicht dafür geſorgt, daß möglichſt wenig ſtörende Sinneseindrücke vorkommen, daß alſo A nur mit geringer Stärke hemmt.
Mit Hilfe der Tafel läßt ſich aber die Stärke von A noch erheblich vermindern, wenn man die einzuprägende Negel in bündigſter Form anſchreibt, desgleichen nachher die Wörter mit ihren Bedeutungen. Lieſt man nämlich die Regel im Buch, ſo drängen alle übrigen Wortbilder, welche überhaupt in's Geſichtsfeld fallen, und zwar je nach ihrer Entfernung vom Mittelpunct des Auges mit verſchiedener Stärke, gleichfalls zur Perception und vermehren die Stärke des A; lieſt das Auge den einzuprägenden Stoff von der Tafel ab, ſo fällt dieſe Störung weg.
Wie bedeutend der dadurch gewonnene Vortheil iſt, davon kann ſich ein Jeder täglich durch einen Blick auf den Inſeratentheil einer Zeitung überzeugen. Während er lange vergeblich nach einer Annonce ſucht, die ihn intereſſirt, findet er auf den erſten Blick ungeſucht, daß der Zahnarzt Peter in Braunſchweig am Markt Nr. 115 wohnt, und obſchon ihm dieſe Annonce ganz gleichgültig
*) Zumpt 6. Aufl. enthält deren nur 4. Die ſehr verbreitete Grammatik von Berger nur 7, von denen zur Einübung von obtrecto ſich 2 finden, für maledico persuadeo, invideo, parco, nubo je einer, zur Einübung von benedico, studeo, arrideo, succenseo, supplico, incommodo, medeor, patrocinor, irascor und convicior aber gar keiner. Man darf hier billig fragen, nach welchem Prinzip 7, weshalb nicht 1 oder 157
Schultz führt 10 Wörter in der Regel auf und gibt dafür 10 Uebungsbeiſpiele, für jedes Wort der Regel eins.
Putſche hat 16 Sätze, darunter jedoch für invideo persuadeo nubo supplico kein Beiſpiel.


