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Qui enim cum locum rd ανν αναιd*rx. vertit,„der Art fand ich das Alte, das schwer ist dem
Gesammtzeugnis von Mund zu Mund glauben,“ eidem fere sententiae addictus est, quam supra pro-
ponere mihi placuit. De verbis quidem èsis et rezznoiw explicandis non est negandum, quantus intercedat sententiarum nostrarum concentus.
II.
Cum jamdudam in animo sit Thucydidis orationes perpetuo instruere commentario, ut aliquid laboris praeoccuparem, orationem Thucydidis funebrem, utpote quae priscae eloquentiae praeclarissimum profecto exstet monumentum, in Germanicum convertere et praecedentibus addere mihi placuit.
35) Die Mehrzahl meiner Vorredner an dieser Stelle ergeht sich in Lobsprüchen anf den, der zu dem herkömmlichen Brauche eine Rede, wie die folgende etwa, gesellte, in der Meinung natürlich, es gehöre sich, dass gelegentlich der in Folge der voraufgegangenen Kriege zu bestattenden eine solche gehalten werde. Was mich angeht, so hätte ich mich wohl damit zufrieden geben können, dass wirklich tüchtigen Männern gebührende Ehrenbezeugungen thatsächlich auch zu Tage treten, wie ihr denn auch eben behufs vorstehender Bestattung officiell die Veranstaltungen getroffen seht. Nur dass es dabei nicht in Eines Mannes Hand gelegt sei, in wie weit nach dem besseren oder ge- ringeren Erfolge seiner Rede man den Verdiensten vieler Glauben zu schenken sich veranlasst finde. Denn es ist etwas missliches um das richtige Mass einer Rede(den richtigen Ton derselben) da, Wo nur mit Mühe die Zugängigkeit der Wahrheit erhärtet wird. Denn der sachverständige und wohl- gesinnte Zuhörer könnte leicht auf den Gedanken verfallen, es stehe schwach um die nach seiner geistigen Befähigung geplante Darstellung, und der unkundige, man trage die Farben zu grob auf, aus Scheelsucht(natürlich), so oft er etwas über seine Leistungsfähigkeit hinausgehendes zu hören bekommt. Denn uur bis zu dem Berührungspunkte sind über zweite ausgegossene Lobsprüche erträglich, als sich auch jeder ausreichend glaubt dem gehörten es in etwas nachzuthun. Dem über- treiber neidet man bereits sein Verdienst und glaubt ihm nicht. Nun es aber die Vorfahren also als geziemend erachtet haben, so mag auch ich im Anschluss an den Brauch den Versuch machen des Beliebens eines jeden von euch und seines Verständnisses mich möglichst zu versichern.
36) Ich werde zuvörderst bei den Vorfahren beginnen; denn es ist ein Akt der Gerechtigkeit und des Anstandes zugleich bei einer Veranlassung wie die derweilige ihnen diesen ehrcnvollen Nach- ruf zu widmen. Haben sie ja doch stets als dieselben Bewohner in ununterbrochener Geschlechter- reihe frei bis zum Augenblick dieses unser Land überantwortet. Und so haben jene sowohl Anspruch auf Lob als auch in noch höherem Grade unsere Väter. Denn sie haben durch zu dem überkom- menen erworbenes die Herrschaft in dem Umfang, wie wir sie besitzen, nicht ohne Mühewaltung uns den noch lebenden dazu hinterlassen. Ein Mehr zu ihr haben wir hier selbst, die wir noch auf dem Höhepunkt unserer Tage stehen, hinzugethan und den Staat durch alles das für Kriegs- wie für Uriedenszeiten vollständig unabhängig hingestellt. Von deren Kriegsthaten inzwischen, durch die man die einzelnen Erwerbungen machte, oder dass wir selbst oder unsere Väter einen auswärtigen oder heimischen im Heraufziehen begriffenen Krieg entschlossen aus dem Felde schlugen, werde ich schweigen, da ich nicht gewillt bin unter Kenner(darüber) lange zu reden; von welcher geistigen


