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derlandendachtel“) Als er aber am 14. Oktober 1814 in ſeinem Hôtel zu Wien 19 Vertreter deutſcher Fürſten und Reichsſtädte zu⸗ erſt bei einem„munteren Frühſtücke“ verſammelte,*) um, wie er ſich ausdrückt, das Vorgehen der fünf Mächte zu„rectificiren,“ da war in ihm noch der Gedanke an Wiederherſtellung von Kaiſer und Reich lebendig. In der Anrede, mit welcher er an jenem Morgen ſeine Collegen begrüßte, heißt es gegen den Schluß hin:„Dann iſt noch ein Gegenſtand, den ich für den wichtigſten anſehe, die Kaiſer⸗ würde. Laſſen Sie uns das als allgemeinen Wunſch alſobald ausdrücken.“) Auf die Bemerkung des mecklenburgiſchen Geſandten, Freiherrn von Pleſſen, daß er bereits mit dem Fürſten Metternich eine Unterredung über ihre Beſchwerden und Abſichten gehabt habe, dieſer jeboch„zur Ruhe rathe,“ beſchloß man nichtsdeſtoweniger, den kurheſſiſchen Miniſter Grafen Keller an den öſterreichiſchen Staatskanzler abzuſenden, um dieſem die verſchiedenen Begehren zu hinterbringen.“) Von der Verſammlung jenes Morgens und ihrem Urheber Gagern ſtammt demnach die Wiederaufnahme der Agitation für ein deutſches Kaiſerthum. Es erſcheint daher hier am Platze auf Gagerns Anſchauungen über„Kaiſer und Reich“ einen Blick zu werfen. Wir glauben dies nicht beßer thun zu können, als wenn wir zunächſt einen Abſchnitt der trefflichen Darſtellung hier folgen laßen, die Th. v. Bernhardi von den Ideen dieſes Mannes gibt.„Das„Reich“, ſagt dieſer Hiſtoriker,“) war ihm ein Begriff, der eine von der Verſammlung der deutſchen Fürſten als Corporation in Deutſchland geübte Geſammtherrſchaft und unverkümmerte Landeshoheit für jeden Einzelnen daheim um⸗
¹) Antheil II, 357 f.
²) Antheil II, 202.
¹) Antheil a. a. O
*) Ueber das Reſultat dieſer Sendung iſt nichts Näheres bekannt geworden. Sehr wahrſcheinlich iſt die Vermuthung, daß Metternich den Petenten den Rath ertheilt habe, erſt bei der vorausſichtlichen Auflöͤſung der Fünfer⸗ commiſſion förmlich mit ihren Anſprüchen hervorzutreten. Dipl. Geſch. II, 183.
⁴) Geſchichte Rußlands u. ſ. w. I, 145.


