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er an den nationalgeſinnten Kronprinzen von Württemberg, der ihn während des Feldzugs von 1814 ſchätzen und lieben gelernt hatte, die Aufforderung, dieſen Intriguen kräftigſt entgegenzuwirken.¹) Er hatte ſchon längſt erkannt, daß man gegen das beſiegte Frankreich viel zu milde verfahren ſei und daß jede franzöſiſche Regierung, mochte ſie nun Bonaparte oder Bourbon heißen, an der möglichſten Verwäßerung einer einheitlichen Organiſation Deutſchlands bald nach Kräften arbeiten werde. Daß aber der eben durch Ströme des edelſten Blutes bezwungene Feind ſogar im Rathe der Mächte bei der Neugeſtaltung unſeres Vaterlandes mitſprechen werde, das ahnte er freilich noch nicht. Er ſollte es zu Wien zu ſeinem bit⸗ teren Schmerze erfahren. In dieſer Stadt traf er, geleitet von den Segenswünſchen aller Patrioten, den 15. September 1814 ein. Die großen Erwartungen, welche die Beſten der Nation von ſeiner Thätigkeit hegten, waren vollkommen gerechtfertigt. War er doch, obſchon ohne Stimme in den förmlichen Berathungen, wie ein geiſtreicher Zeitgenoße¹) treffend ſagt,„durch ſeine Schickſale, Wirkſamkeit und Geſinnung überall eine Art Macht.“ Noch immer ſtand er in hoher Gunſt bei Alexander, der, ohne ſeine Anſicht gehört zu haben, in deutſchen Angelegenheiten keinen Schritt that. Freilich der faſt allmächtige Einfluß, den er auf dem Siegeszuge vom Niemen bis zur Seine bei dem Kaiſer beſeſſen hatte, war ſeit dem Einzuge in Paris dahin. Nicht als ob Differenzen irgend einer Art das frühere herzliche Verhältnis beider Männer ge⸗ trübt hätten. Wir erwähnten, daß der Kaiſer den Freiherrn aufs dringendſte zur Theilnahme am Congreſſe einlud. Aber ſeit der Niederwerfung der Uebermacht Frankreichs war der Czar ein anderer geworden. Man hat dieſen Umſchlag in ſeinen Geſinnungen und Planen namentlich auf franzöſiſchen Einfluß zurückzuführen ge⸗ ſucht. Möglich, daß die Schmeicheleien Talleyrands und ſeiner Agenten und Agentinnen auf das leicht empfängliche Herz Alexan⸗ ²) Pertz IV, 76.
²) Varnhagen von Enſe, Denkwürdigkeiten des eigenen Lebens III, 241.


