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hatte einen Verfaßungsentwurf ausarbeiten laßen, der in weſent⸗ lichen Punkten von Steins Chaumonter Vorſchlägen abwich. Na⸗ mentlich war darin eine der alten Reichsverfaßung nachgebildete Eintheilung Deutſchlands in Kreiſe bemerkenswerth. Kreisoberſten d. h. Vorſtände des Kreiſes in bürgerlichen und mili⸗ täriſchen Angelegenheiten, ſollten die mächtigſten Fürſten werden. Auf die mehrfachen Bedenken Steins gegen dieſes Projekt, die er auch den 16. Juli dem Staatskanzler ſchriftlich übergab,¹) modificirte dieſer ſeine Vorſchläge in der Weiſe, wie ſie nachher unter dem Namen des Hardenbergſchen„Entwurfs der Grundlagen der deutſchen Bundesverfaſſung in 41 Artikeln“ bekannt geworden und am 13. September 1814 zu Baden bei Wien von ihm dem Fürſten Metternich überreicht worden ſind.²) Unter Metternichs Cenſur erhielt der Entwurf indeſſen ſolche Verſtüm⸗ melungen, daß ſeine Geſtalt vollſtändig verändert wurde, bis man ihn ſchließlich ganz zu den Acten legte. Wenn es nun auch hier nicht unſere Abſicht ſein kann, eine ausführliche Kritik dieſes Schriftſtücks zu geben, ſo müßen wir doch, wegen der, freilich nur mäßigen, Theilnahme Steins an ſeinem Urſprunge, wenigſtens einen Blick auf einige ſeiner hauptſächlichſten Propoſitionen werfen. Von öſterreichiſchen Ländern ſollten nur Salzburg, Tyrol, Berchtesgaden und dasjenige, was das Erz⸗ haus am Oberrhein erhalten würde, von Preußen nur die früheren und noch zu empfangenden Be⸗ ſitzungen links der Elbe dieſem Bunde angehören. Dieſe Abänderung des preußiſchen Vorſchlags vom Auguſt 1813 war offenbar durch die Bemerkungen Steins in den Entwurf gekom⸗ men, der ſich ad§ 3 des ihm von Hardenberg vorgelegten Planes alſo hatte vernehmen laßen:„Die Deutſche Provinzen der Oeſter⸗ reichiſchen Monarchie und die Deutſche Provinzen der Preußiſchen auf dem rechten Elbufer machen unter ſich ſeit einem Jahrhundert
¹) Pertz IV, 43 ff. ¹) Klüber, Acten I, 1, 45 ff. Schaumann,„Bildung des deutſchen Bundes auf dem Wiener Congreſſe“ in Raumers hiſt. Taſchenbuche 1850. S. 180 ff. 2*


