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können, welche in den erſten Decennien unſeres Jahrhunderts Deutſchland in Unruhe verſetzten. Die hier ſchon von Stein pro⸗ jektirte Gründung des Zollvereins wäre eine nationale That erſten Ranges geweſen. Während die übrigen Vorſchläge des Chaumonter Entwurfs der Vergeßenheit anheimfielen, nahm Preußen dieſen großen Gedanken vierzehn Jahre ſpäter wieder auf und machte ihn für ſeine Politik nutzbar. Indem es mit den finanziellen zugleich die politiſchen Intereſſen der ſo mit ihm verbundenen Staaten an ſich feßelte, legte es den Grund zu der Machtſtellung, die es heute in Deutſchland einnimmt.
Kehren wir jedoch zur Betrachtung des Fortgangs der Be⸗ ſtrebungen Steins zurück. Die Chaumonter Stipulation über die künftige deutſche Verfaßung fand auch im erſten Pariſer Friedens⸗ vertrag Aufnahme, deſſen VI. Artikel den Paſſus enthielt:„Les états de l'Allemagne seront indépendans et unis par un lien fédératif.“¹) Trotz der Intriguen Englands, das zur Verſtärkung ſeines Einflußes auf dem Feſtlande in Deutſchland eine möglichſt große Zahl ſouveräner Mittelſtaaten zu erhalten wünſchte, trotz der Bemühungen Oeſterreichs im Intereſſe ſeiner Machtſtellung in Süddeutſchland Baiern, den früheren Trabanten Napoleons, zu vergrößern, war er in Betreff der Ausführung ſeiner Entwürfe guten Muthes. Er empfahl noch dem ruſſiſchen Kabinet warm den deutſchen Entſchädigungsplan Hardenbergs und kehrte im Juni 1814 nach Deutſchland zurück, nachdem er Alexander das Verſpre⸗ chen gegeben hatte, zu Wien, wo man die deutſchen Angelegenheiten definitiv regeln wollte, ſich ſeiner Zeit zum Congreſſe einzufinden. Doch ruhte inzwiſchen ſeine Thätigkeit für die Neugeſtaltung Deutſch⸗ lands keineswegs. Schon im Juli hatte er zu Frankfurt mit Hardenberg und dem ehemaligen Reichshofrathe, Grafen Solms⸗Laubach, einem bewährten Kenner deutſchen Staats⸗ rechts,¹) darauf bezügliche Conferenzen. Der preußiſche Staatskanzler
¹) Klüber, Acten des Wiener Congreſſes I, 1, 16. ¹) Varnhagen von Enſe, Denkwürdigkeiten des eigenen Lebens III, 244.


