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Regierungsjahre zu Rom ſtattfand, einen Beweis von ebenſo großer Körperkraft, als Entſchloßenheit, zugefügte Beleidigungen nicht zu ertragen, gegeben hatte. Damals gefiel der muthige Soldat dem zuſchauenden Imperator ſo gut, daß er öffentlich von ihm belobt und reich beſchenkt ward. Wie ſich indeßen unmittelbar nach dieſem Vorfalle ſein Verhältnis zu Decius geſtaltet habe, melden uns die Quellen nicht, doch iſt leicht zu ermeßen, daß dieſem kriegskundigen Herrſcher, nachdem er einmal auf Claudius aufmerkſam geworden war, deſſen ungewöhnliche militäriſche Begabung nicht verborgen blieb. Von da an muß dieſer die unterſten Staffeln der ſoldatiſchen Laufbahn in raſcher Aufeinanderfolge erklommen haben, da wir ihn bereits 251, alſo höchſtens zwei Jahre nach jenem Ringkampfe, in der Würde eines Kriegstribunen ſehen. Wir erfahren dies aus einem jener Documente, die den Kaiſerbiographieen der Scriptores H. A. eingeſtreut ſind und der Jämmerlichkeit des übrigen Textes gegenüber öfters noch ein ächtes unverfälſchtes Stück Geſchichte bieten, da ſie vielfach originalen, in den Bibliotheken Roms noch im vierten Jahrhundert vorhandenen Actenſtücken entnommen ſind. Es iſt ein Brief des Decius an Meſſala, den Präſes von Achaja, der, wie aus ſeinem Inhalte hervorgeht, offenbar in der letzten Zeit der Regierung jenes Kaiſers abgefaßt iſt.(II. A. Claud. 16.) In ihm theilt Decius dem Meſſala die Ernennung des Tribunen Claudius, dem dabei ob ſeiner Trefflichkeit die ſchmeichelhafteſten Prädicate gegeben werden, zur Uebernahme des Commandos einer Heeresabtheilung mit, die den wichtigen Paß der Thermopylen und damit den Eingang nach Hellas beſetzen ſollte. Das nicht ganz 1500 Mann ſtarke Detachement ſollte aus einer Miſchung verſchiedener Truppentheile beſtehen, die Meſſala dem Claudius zur Verfügung zu ſtellen angewieſen wird. Am Schluß des Schreibens wird dann nochmals das Organiſationstalent des neuen Befehlshabers mit den im Munde eines Decius gewiß höchſt bedeutungsvollen Worten hervorgehoben:„nam bene illi noui creduntur exercitus neque enim illo quisquam deuotior ſortior grauior inuenitur.“ Wir dürfen überzeugt ſein, daß Claudius ſeinen Auftrag, der augenſcheinlich der Deckung Griechenlands vor gothiſchen Streifſchaaren galt, während Decius in Möſien der gothiſchen Hauptmacht gegenüberſtand, treulich ausgeführt habe, zugleich aber müßen wir es auch als eine glückliche Fügung des Schickſals betrachten, daß er auf dieſe Weiſe nicht in Decius und des Heeres traurigen Untergang verwickelt wurde und dem Reiche für Zeiten künftiger Noth, ein Rächer jenes und ſo vieler anderer von den Gothen herbeigeführten Unglückstage, erhalten blieb.
Nach jener Zeit entziehen ſich die Schickſale des Claudius auf eine Reihe von Jahren unſeren Blicken. Sehr wahrſcheinlich iſt es indeſſen, daß der erprobte Krieger von Valerian bei der drohenden Perſergefahr in den Orient berufen ward, um in dem Heere gegen Sapor die Führung einer Legion zu übernehmen. Darauf hin deutet wenigſtens das zweite über ihn erhaltene Schriftſtück(II. A. Claud. 14.), ein Brief des Valerian an den Procurator Syriens, Zoſimio, der darin zur nöthigen Beſoldung und Equipirung des zum Tribunen der legio V. Martia ernannten Claudius angewieſen wird. Das ziemlich lange Schreiben iſt zwar hauptſächlich nur von culturhiſtoriſchem Intereſſe, indem es uns ein Bild des wahrhaft orientaliſchen Luxus gibt, der zu damaliger Zeit einen höheren römiſchen Offizier ſelbſt im Felde zu umgeben pflegte, iſt aber inſofern wieder für die Stellung des Claudius zu Valerian von Bedeutung, als daraus hervorgeht, daß der Kaiſer wohl zu würdigen wußte, was er an dem Manne hatte. Werden ja doch zuletzt ausdrücklich die dem Erlaß eines römiſchen Imperators keineswegs


