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angemeſſenen, kleinlich ins Detail gehenden Vorſchriften für ſeines Tribunen ſtandesgemäße Equipirung, die dieſer Brief enthält, gleichſam damit entſchuldigt, daß man es hier mit keinem gewöhnlichen Offizier zu thun habe, ſondern mit einem Manne, der noch zu großen Dingen berufen ſei und deſſen Anhänglichkeit man ſich daher zu erhalten ſuchen müße.
Ueber die Thätigkeit des Claudius im Orient haben ſich uns keine Berichte erhalten, nur das ſteht feſt, daß er ſich zur Zeit der Gefangennahme Valerians nicht mehr dort befunden hat.*) Er ſcheint der drohenden Gotheneinfälle wegen ſchon gegen das Ende der fünfziger Jahre nach Illyricum geſandt worden zu ſein, um dort mit Ulpius Crinitus, Aurelianus, Regalianus und anderen erprobten Führern die ausgedehnte Donaugrenze gegen die Angriffe der Nordvölker zu ſchützen. Seiner Thätigkeit wie der jener anderen Feldherren verdankte man es, daß ſich die Unternehmungen der Barbaren auf eine Reihe von Jahren nicht auf jene Landſtriche erſtreckten, während die weniger geſchützten Küſten Kleinaſiens und der Propontis ſchwer von ihnen zu leiden hatten. In dieſer Stellung nahm er auch nach einer vereinzelten Nachricht, die ſich bei dem An. post Dionem**) findet, an der Schlacht bei Murſa Antheil, in der um 258 der Uſurpator Ingenuns gegen Gallienus erlag und wurde bei dieſer Gelegenheit in die Ferſe verwundet. Daß er zu jenem Siege nicht wenig beigetragen haben mag, bekundet die ſchmeichelhafte Art und Weiſe, in der Gallienus, als er von ſeiner Verwundung hörte, ſich über ſeine Tapferkeit ausſprach. Aber trotz aller dieſer ſeiner Verdienſte war es ihm nicht gelungen, gegen Ende von Valerians Regierung über die Würde eines Tribunen hinauszukommen, ſei es, daß ihm ſeine niedere Abkunft das Emporkommen erſchwerte, ſei es, was viel mehr Wahrſcheinlichkeit hat, daß Gallienus in ſeinem kleinlichen Neide gegen den Ruhm ſeiner Heerführer auch ihn in unbedeutender Stellung erhalten wollte, kurz, wir erſehen aus einem dritten für den Lebenslauf des Claudius wichtigen Briefe, dem des Valerian an den praefectus praetorio Ablavius Murena(IHI. A. Claud. 15.), daß die weitere Beförderung unſeres Helden nicht weniger als in ſeiner Tüchtigkeit in der Mißſtimmung des Senats und der hauptſtädtiſchen Bevölkerung über die unverdiente Zurückſetzung des trefflichen Feldherrn ihren Grund hatte. Valerian, von jenem Mißvergnügen durch Murena benachrichtigt, beeilte ſich, den begangenen Fehler wieder gut zu machen, indem er laut jenem Schreiben Claudius zum Befehlshaber der Heere Illyricums ernannte. Der Umſtand, daß dieſe Ernennung von Valerian und nicht von ſeinem Sohne, dem doch die Regierung jenes Reichstheiles oblag, ausgieng, möchte einen Halt für die Annahme abgeben, daß ſie bei der letzten Anweſenheit Valerians in Europa, die man etwa um 258 anſetzen kann (H. A. Aurel. 13.), erfolgt ſei. Denn dem Charakter dieſes Herrſchers lag kleinlicher Neid durchaus fern und wahres Verdienſt ward von ihm, wo es ſich fand, gebührend gewürdigt, wie denn die Mehrzahl
*) Das„Commagnis“ der Ms. bei H. A. Claud. 10, wo von dem Claudius für die ſpätere Herrſchaft ſeines Geſchlechts ertheilten Orakelſpruche die Rede iſt, gibt, wenn wir die Lesart des Salmaſius„Commagenis“ dafür aufnehmen, einen Beleg für dieſen Aufenthalt des Claudius im Orient. Th. Mommſen hat„Comi“ vermuthet; Salmaſius weist auch auf einen ähnlich lautenden Ort in Pan nonia Superior hin, der in den mittelalterlichen Ann. Fuld. Lauriss. und Einhard. vorkommt,(nach Anderen in Noricum gelegen, und j. Zeiſelmauer, öſtlich von Tuln im Lande unter der Ens), indeſſen wiegen dieſe ſpäten Zeugniße nicht ſchwer, und ziehe ich es deshalb vor, bei der naturgemäßeſten Emendation in„Commagenis“ zu bleiben und darunter jene bekannte aſiatiſche Provinz zu verſtehen,
zumal ja auch der Brief an den procurator Syriae ein Verweilen des Claudius im Orient documentirt. ) Bei Müller Fragm. hist. Graec. IV, 194.


