Aufsatz 
Eratosthenes von der Verdoppelung des Würfels. Ein Brief an Ptolemäus Euergetes übersetzt, kritisch berichtigt und erläutert
Entstehung
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lich die aͤltere Geſchichte des Problems kennen, nennt uns die Maͤnner, die ſich das Verdienſt der Aufloͤſung zueigneten; nur ſchade, daß uͤber ihre Me⸗ thoden kaum ſo viel bemerkt iſt, als nothduͤrftig hinreicht, den Weg, den ſie einſchlugen, mit einiger Wahrſcheinlichkeit zu beſtimmen. Er ſelbſt ruͤhmte ſich der Erfinder einer einfachen Vorrichtung zu ſeyn, vermittelſt der die Seite des verlangten Wuͤrfels mit Leichtigkeit gefunden werden koͤnnte. Sein Meſolabium war indeß, ſo wie er es ſelbſt beſchreibt, mehr auf praktiſche Anwendung berechnet, als auf Befriedigung ſtreng wiſſenſchaftlicher Forde⸗ rung. Wenn er gleichwohl ſeiner Erfindung einen gewiſſen Werth zuſchreibt, ſo muͤſſen wir daraus ſolgern, daß die Loͤſung des Problems, außer der wiſſenſchaftlichen Seite, noch eine techniſche, insbeſondre architektoniſche fuͤr die Griechen hatte. Neben andern Anwendungen fuͤrs Leben erwaͤhnt Era⸗

Sternbilder, zum erſtenmal abgedruckt in dem Aratos des Joh. Fell, Oxoniae, 1672, auch in F. C. Matthiäs Ausgabe des Aratos aufgenommen, Frankf. 1817 3 beſonders herausgegeben von Schaubach, Gött. 1795. Seine geographiſchen Fragmente ſammelte Seidel, Gött. 1789. Sämmtliche Fragmente: Eratosthenica, hat neulich Gottfr. Bernhardy mit gelehrtem Fleiße zuſammengetragen und geord⸗ net, Berlin 1822, zugleich auch die Nachrichten der Alten über Erat. mit kritiſchem Scharfſinn geprüft. Die Erhaltung des Briefes an Ptolemäus Euergetes, von der Verdoppelung des Würfels, verdanken wir dem Eutokios von Ascalon, einem Mathematiker gegen Ende des fünften oder im Anfange des ſechsten chriſtlichen Jahrhunderts; er fügte denſelben ſeiner Schrift über des Archimedes zwei Bücher von der Kugel und Walze bei, welche, nebſt ſeinen andern Commentarien über Schrif⸗ ten des Archimedes und Apollonios von Perga, zum erſtenmal als Anhang zu den Werken des erſtern im Drucke erſchien, Baſel 1544, fol. Hieraus hat den Brief und das Epigramm des Eratoſthenes Joh. Fell gleichfalls in ſeinem Aratos aufgenom⸗ men. Ueberdieß findet man beides in Reimers historia problem. de cubi dupli- catione, Gött. 1798, in Bruncks Analekten I, pag. 478, und in den ſchon er⸗ wähnten Eratoſtheniſchen Fragmenten von Bernhardy, pag. 176 ff. Jakobs An⸗ thologie hat das Epigramm, aber nur einzelne Stellen des Briefes befinden ſich in ſeinen Animadverſionen I, 2, pag. 315 u, f.