Aufsatz 
Professor Dr. Johann Philipp Dieffenbach : *1786 +1860 ; sein Leben und sein Wirken / von Ferdinand Dreher
Entstehung
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gänglich aber bleibt, was er für die Erschließung der Geschichte von Hessen und insbesondere für die Erforschung der Ver- gangenheit von Friedberg geleistet hat, wo neuerdings die Dieffenbachstraße sein Andenken für immer wachhält.

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D Rahmen dieser kleinen Schrift verbietet, auf Dieffen-

bachs zahlreiche Arbeiten ²³) näher einzugehen. Am bekanntesten und wichtigsten sind seineGeschichte von Hessen, mit besonderer Berücksichtigung des Großherzogtums (1831), seineUrgeschichte der Wetterau(1843) und seine grundlegendeGeschichte der Stadt und Burg Friedberg in der Wetterau(1857).

Lenennnen die Vergangenheit von Friedberg war es,

in die sich Dieffenbach immer wieder liebevoll versenkte, bestrebt, Liebe zur Heimat, Anhänglichkeit an Ort und Flur zu wecken. Wie malerisch lag aber auch Friedberg zu Dieffenbachs Zeiten dal Allüberall geschichtliche Er- innerungen! Bei der Stadtkirche stand noch die alte Michaels- kapelle ²⁴)(1834 abgetragen). Und an dem Hause der Deutsch- ordenskommende Sachsenhausen ²⁵)(heute Kaiserstraße 120) war noch 1827 das Ordenskreuz sichtbar. Desgleichen im Augustinerkloster ein Stück Strebepfeiler und ein Teil der alten Mauern des Kreuzgangs ²⁶)(mit Spitzbogengewölben). Das Mainzertor²)(Kaiserstraße 143) wurde damals erst abge- brochen ²8), und die Leonhardskirche ²⁹³) davor erfüllte noch bis 1842 ihren Zweck. jJa, selbst von dem mittelalterlichen Badhaus ³⁰) in der Badgasse sah Dieffenbach noch Reste. Es gehörte seinem Baustil nach, wie das Portal am Mathildenstift (Kaiserstraße 118), der romanischen Zeit an. Und die Stadt- befestigungen, von denen heute außer dem Roten Turm und dem Armsünderpförtchen bei der Seewiese nichts mehr zu sehen ist, machten damals, besonders von Westen her, noch einen ganz mittelalterlichen Eindruck. Das schöne und feste Seer Tor3¹l) z. B. wurde erst 1832, als Dieffenbach schon 14 Jahre in Friedberg wohnte, niedergerissen. Zahlreiche Funde in und um Friedberg gaben außer- dem Dieffenbachs geschichtlichem Sinn fortgesetzt neue Nahrung.