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schien auch Dieffenbachs erste geschichtliche Veröffentlichung im„Rheinischen Taschenbuch“(:„Alfred der Große“ ¹⁵5) Miß- liche Geldverhältnisse(Sten Oktober 1817 Geburt einer Tochter Hilda ¹6) und das Getühl, man sähe ihn ungern, weil er nach Gießen gekommen war, ohne von der Universität vorgeschlagen zu sein, bewogen aber Dieffenbach, das ihm auf sein Ersuchen am 16ten April 1818 übertragene Rektorat der Augustinerschule ¹⁷) zu Friedberg anzutreten. Dieffenbach ging hier völlig in seiner Tätigkeit als Lehrer auf und nützte die karge freie Zeit wissen- schaftlich aus, ohne sich dabei seiner Familie und seinen Freunden zu entziehen, oder dem Volks- und Gemeindeleben fremd zu werden. Eine unendliche Reihe von Abhandlungen und Be- sprechungen in den verschiedensten pädagogischen, politischen und historischen Zeitschriften zeugt von seinem rastlosen Forschen, seinen mannigfachen, gründlichen Kenntnissen und seinem un- getrübten Blick Am 10ten Mai 1820 ernannte ihn denn auch die philosophische Fakultät der Landesuniversität zum Ehrendoktor, und 1828 machte ihn der Verein für Nassauische Altertumskunde zum Ehrenmitglied. Dem Historischen Verein zu Darmstadt und zu Cassel gehörte er seit 1834 als ordentliches Mitglied an. 1836 wurde er korrespondierendes Mitglied der Wetterauischen Gesellschaft für die gesamte Naturkunde und ebenso 1837 des Wetzlarer Vereins für Geschichte und Altertumskunde. Als die Augustinerschule 30ten Mai 1837 aufgehoben wurde, trat Dieffen- bach(im Januar 1838) an die Spitze der als Ersatz gedachten Musterschule ¹8). Seit 7tem November 1840 ernannte ihn das Groß- herzogliche Ministerium alle 5 Jahre regelmäßig zum Mitglied der Bezirksschulkommission und des Ortsschulvorstandes, und am 3ten Juni 1850 erhielt er das damals nur selten verliehene Ritterkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen. Am 17ten Oktober 1850 erfolgte schließlich seine Einführung als Direktor der neu errichteten Realschule ¹9), an der Dieffenbach noch zehn Jahre wirkte, weithin, nach Verdienst, geachtet und geehrt, bis am 25ten Oktober 1860 ein sanfter Tod dies köst- liche, mühevolle und arbeitsreiche Leben abschloß ²⁰). Alle be- deutsamen Ereignisse und Veränderungen in der Stadt hatte die kundige Feder dieses würdigen Gelehrten und idealen Mannes begleitet, dem das Wohl und die Bildung des ganzen Volkes stets Herzenssache war. Und deshalb kündete, als man Dieffen- bach am Nachmittage des 27ten Oktober 1860 zur letzten Ruhe ²¹) geleitete, der dumpfe Klang sämtlicher Friedberger Kirchenglocken dem weiten Lande ringsum, wie tief die Stadt um den Tod dieses selbstlosen, treuen Mannes trauerte.— Am 11ten März 1861 wurde Dieffenbachs kostbare Bibliothek ²2) von 1032 Nummern ver- steigert. Sie zerstob nach allen Himmelsrichtungen. Unyver-


