Aufsatz 
Die hypothetischen Sätze in der griechischen Sprache, mit besonderer Berücksichtigung der Partikeln an und ken
Entstehung
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von Buttmann*²), Matthiä*3), Kühner ³³), Krüger ⁵⁵). Wir haben ſchon Seite 8 f. die Bemerkung gemacht, daß dieſe Verbindung eine nicht zu beſtreitende iſt. Zwar wenden die Genannten dagegen ein, dieſe Verbindung ſei eine unſtatthafte, weil ſie die Gewißheit der Behauptung, daß Etwas ſei, wieder von einer Bedingung abhängig, alſo ungewiß machen würde. Allein dann müßte man auch, wenn man conſequent ſein wollte, die Verbindung der hiſtor. Tempora mit G, die Verbindung des Indicativs mit einer Negation und ſo vieles Andere in Zweifel ziehen, was eben eine Eigenthüm⸗ lichkeit der griechiſchen Sprache bildet. Wir berufen uns übrigens auf Hartung s), welcher ſich in folgender Weiſe zu Gunſten der fraglichen Verbindung erklärt:Es kommen nicht wenig Stellen vor, in denen von einer größeren oder geringeren Anzahl von Hdſchr. àr dem Indicativ des Präſens beigeſetzt wird. Die meiſten derſelben ſind von der Art, daß man die Partikel ohne Weiteres ver⸗ urtheilen muß: einige jedoch erregen Bedenken ſowohl wegen der größeren Uebereinſtimmung der Codices, als auch wegen des eigenthümlichen Verhältniſſes der Sätze. Dieſe dürfen eben ſo wenig unbedingt verworfen werden, als ſo viele andere Erſcheinungen, an denen man Anſtoß genommen hat. Denn es gehört einmal zum Charakter der griech. Sprache, durch Miſchung verwandter Aus⸗ drucksweiſen eigenthümliche Wendungen hervorzubringen, und ſie iſt beſonders unerſchöpflich in den Nüancirungen der Gewißheit und Ungewißheit. Mit Uebergehung derjenigen Stellen, die von der neueren Kritik beſeitigt worden ſind, indem man entweder die Modusform oder die Partikel verändert hat(wir rechnen dahin Andoc. Or. I,§. 117, Andoc. Or. III,§. 24, Strab. II, 5, 1), mit Ueber⸗ gehung ferner jener Stellen, die ſich durch Annahme einer Anakoluthie(Vgl. Plato de leg. I, p. 647, A., Thuc. IV, 63, Xen. Symp. IV, 37), einer Ellipſe(z. B. Dem. Ol. I,§. 21) erklären laſſen, ſowie derer, wo à᷑ offenbar zu dem nachfolgenden Infinitiv bezogen werden muß, dürften folgende Stellen als nicht zu beſtreitende aufgeführt werden, Jl. XIV, 484: 1 œul s is sixerat dvio 37) Od. I, 316: dνοον ϑ, JTri*μμοιο Ʒoν́ ναιμισεμον%νꝙντ 4,us7 88) Od. II, 86: 69ε&ν ds νε ⁴μιιν dν⁴μυννιαάαι˙⁸⁹), Jl. XXII, 67: aντ⁶ν σνι α νεᷣ iεꝓ O⁵‿not Sονσιν oGεeννσα Ʒευοοαι*ιο. Aus der attiſchen Proſa dürften vielleicht hierher gerechnet werden Plato Apol. p. 41, B., da unter den 16 Hdſſ. Bekker's fünf der beſſeren und ebenſo mehrere von Stallbaum verglichene Hdſchr. ris à

εντιιν¶ςmσασς ετ haben, ferner Andoc. de myst.§. 117: Qsos d-) Tolyuy, 63 dν⁴οσεας(rãxaο 5 Sοςασες r9 6 νοα⁴⁵²‚ d Kaldtas 11 Souloevos Srio iy iweryOiær);(nach drei von Bekker verglichenen Hdſſ. Cripps. Laur. Mare, nur Vrat. hat nicht), ſowie Jd. de pace c. Laced. §. 24: I1 ody sGra dmroναπσιοω πέι³ sετον ds Soudε⁵εςσάα*αν 601 d r ius Aoyrsioi π(οεα 10⁵*α⁴ ο²). Vergl. Bäumlein Unterſuch. S. 162 ff. Die Bedeutung von ày in Verbindung mit dem Indicativ des Präſens iſt aber keine andere, als die bereits von uns entwickelte; es macht die

82) S. Buttmann's Grammatik S. 383.

83) S. ausf. gr. Grammatik v. Matthiä§. 599 e.

84) S. Kühner ausf. Gram. S. 92.

85) Gr. Sprachlehre von Krüger Thl. I, Heft II, S. 283.

86) Partikellehre von Hartung, Thl. II, S. 308.

87) Drum, denk' ich, wünſcht(drum wünſcht wohl) auch ein Menſch.

88) Das Geſchenk aber, das immer wohl mir zu geben das liebe Herz dich treibt.

89) Du willſt wohl einen Schandfleck anhängen.

90) Mich ſelber werden wohl zuletzt Fleiſch freſſende Hunde an den äußerſten Pforten zerreißen(4goroe hat in dieſer Stelle jedenfalls die Bedeutung des Futurums, iſt aber der Form nach Präſens).

91) Wohlan denn, ihr Männer, was(denn ich denke, ihr wollt es vielleicht erfahren) wollte jener Kallias, da er als Schutzflehender erſchien und den Oelzweig niederlegte?

92) Was erübrigt nun, worüber wir uns berathen müſſen und weßhalb uns wohl die Argeier herbei⸗

rufen?