Aufsatz 
Die hypothetischen Sätze in der griechischen Sprache, mit besonderer Berücksichtigung der Partikeln an und ken
Entstehung
Einzelbild herunterladen

à4

ſchiedenen Verba, welche eine Möglichkeit, Angemeſſenheit, Nothwendigkeit ausdrücken. Der Deutſche, welcher das Imperfectum und Plusquamperf. Conj. gebraucht, um die Nichtwirklichkeit der durch dieſe Zeitformen ausgedrückten Handlung zu bezeichnen, ſetzt die genannten Ausdrücke auch dann in den Conj. des Imperf. oder Plusquamperf., wenn die Möglichkeit, Nothwendigkeit, Angemeſſenheit wirklich ſtattfand und die Andeutung der Nichtwirklichkeit ſich alſo nur auf die von jenen Aus⸗ drücken abhängige Handlung bezieht. Der Lateiner und Grieche aber ſind viel genauer in der Unter⸗ ſcheidung, ſie ſetzen in dieſem Falle den bloßen Indicativ, als debebam, poteram, licebat, aequum erat, decebat etc., und dem Indicativ wird nur dann à beigefügt und im Lateiniſchen dem ent⸗ ſprechend der Conjunctiv geſetzt, vellem, possem ete., wenn die Andentung der Nichtwirklichkeit den betreffenden Ausdrücken(der Möglichkeit, Angemeſſenheit, Nothwendigkeit u. ſ. w.) ſelber gilt. So hat Hermann früher die Regel aufgeſtellt 56). Allein bei dieſer Faſſung laſſen ſich nicht alle Stellen küber den Gebrauch oder Nichtgebrauch von àr bei den genannten Ausdrücken erklären, wohl aber, wenn wir die Regel ſo geben: Wo ein objectives Urtheil über die Möglichkeit, Nothwendigkeit ab⸗ gegeben wird, muß àdn fehlen; wo hingegen die Andeutung gegeben werden ſoll, daß die Möglichkeit, Nothwendigkeit nicht in Wirklichkeit, ſondern nur in der Vorſtellung beſteht, muß àd beigefügt werden. Daß es hier aber ganz und gar auf die Auffaſſung und Abſicht des Redenden ankommt, liegt am Tage. El JGαœαe dnd9es, doε †αin, Apaοt, ooοhõ r r⁴*πασἀάν roi eldo, rοα⁴ε αάναοσσνεέερσe 7 auroi r=* dosrh- deεανννναι ε⁷y Thuc. I, 37. Nye got dmitoaut, er wiſe öl s, e!) v80x6 ν ol See 5s). Plat. OCrit. p. 52 E. 9628 etdo 2u 2 ποᷣemπννα un¹j Seilcroy, dndαάο εοων uus siudg otrcg a 5⁰). Soph. Oed. T. 255. Ei d roννν oννρον τν ευμνμννο̈ν εεᷣνααανοναν, Ddνανroν dντν νν υοετευ*⁷ν). Xen. Mem. II, 7, 10. NXor d' ννςᷣ ναι τεε roig nαν Siuꝛ, ocoris aeᷣa edασενν τι Ʒςν νμπ m˙ϑέε, arsivrν, 20do æurodgyo odx dur o²u 81). Soph. El. 1480. In allen dieſen Stellen fehlt 4*, weil der Redende ſchlechthin und objectiv ſein Urtheil abgibt. Dagegen ſteht es in den nachfolgenden Beiſpielen, weil er über die Möglichkeit oder Nothwendigkeit kein Urtheil abgeben, keine Behauptung aufſtellen, weil er nicht ſagen will, daß ſie in Wirklichkeit beſtehe, ſondern ſie als wirklich beſtehend nur denkt, ſich vorſtellt und demgemäß ſeine Anſicht als bloß ſubjective Annahme ausſpricht. Eiο εν oꝰ naεν⁵ιeυννοπ Ʒοοον: déovra 00r0 εερQlανυασασαην°d˙εꝓν ς5» 5de Souzeuso ar). Dem. Phil. I,§. 1. Demoſthenes will hier nicht von dem objectiven Standpunkte aus die Nicht⸗Nothwendigkeit der Berathung be⸗ haupten, ſondern, wiewohl er in ſeinem Urtheil feſtſteht, daſſelbe nur als perſönliche Anſicht, als ſ

56) Vgl. Hermann de partic. dy l. I, c. 12.

57) Wären ſie, wie ſie ſagen, rechtliche Männer, ſo war es ihnen verſtattet, je unangreifbarer ſie für ibre Nachbarn ſind, um ſo augenſcheinlicher ihnen ihre Rechtlichkeit zu beweiſen.

58) Es ſtand dir frei, aus dem Staate zu gehen, wenn die Geſetze dir nicht gefielen(du könnteſt u. ſ. w.).

59) Denn nicht einmal, wenn die That von der Gottheit nicht geboten wäre, wäre es recht, wenn ihr ihn (den Mord) ungeſühnt ließet.(Es war nicht angemeſſen, den Mord ungeſühnt zu laſſen, enthält ein objectives Urtheil.)

60) Wenn ſie demnach ein ſchimpfliches Gewerbe ergreifen müßten, ſo wäre dem der Tod vorzuziehen.

61) Es ſollte ſogleich dieſe Strafe Alle treffen, welche immer gegen die Geſetze handeln wollen, daß man ſie tödte; denn des Argliſtigen(der Frevelthaten) wäre dann wohl nicht viel. Zu dieſer Stelle bemerkt Hermann: dicit, quia oportere indicat sine conditione; nec potest opponi, aaν u Toẽ: nam si oportet, quomodo potest non oportere? At non omnia fiunt, quae oportebat. Jtaque quod opponere potes, aliud est: à⁵⁴ ou« 0rt. Contra non dicit, ro ydο rarodov ouwoxlu, sed addit particulam. Nam illa tantum conditione non forent multi nefarii. Atque quia non exstat lex nle sunt multi. Jtaque oppositum est, à⁴⁴ν εαασαπτι*τπëο‿⁴υ

62) Denn hätten dieſe euch früher, was nützlich war, gerathen, ſo dürfte es wohl eineecdehe nöthig ſein daß ihr euch jetzt berathet.