— 12— nur eine ſcheinbare und ergibt ſich mehr aus dem Zuſammenhang der Rede, als aus ihr(der Ver⸗ bindung) ſelber, inſofern weder ér allein, noch die hiſtoriſchen Tempora allein eine Nichtwirklichkeit oder auch nur den Schein einer ſolchen enthalten. Aber allerdings, indem ich in obigen Beiſpielen den beiden Factis Aeyov und εmοαooo das ſubjective Element der Annahme beigefügt habe, iſt das rein Faktiſche und Objective des Sagens und Thuns aufgehoben worden; es wird nicht behauptet, daß das Sagen und Thun wirklich ſtattfand, ſondern das Stattfinden wird nur angenommen; dieſe bloße Annahme kann aber im Zuſammenhange der Rede mit Rückſicht auf die Vorausſetzung, unter der ſie gemacht wurde, beim Nichteintreten derſelben mittelbar die Läugnung der Objectivität der Handlung enthalten, und ſo kann der Anſchein einer Nichtwirklichkeit aus der beigefügten Voraus⸗ ſetzung(etwa el sidor zu dem erſten und ei udiεwrro zum zweiten Beiſpiele) ſich ergeben; keineswegs aber liegt dieſer Anſchein in der erwähnten Conſtruction ſelber. In den angeführten Beiſpielen, wie überhaupt, dürfte daher Ey höchſt paſſend durch einen ganzen Satz nicht überſetzt, aber umſchrieben werden, und zwar mit Bewahrung ſeiner auf die beigefügte Vorausſetzung zurückweiſenden Bedeutung, für die wir uns bereits in Uebereinſtimmung mit Hermann und Thierſch erklärt haben, etwa durch: „Dann nehme ich an, dann iſt anzunehmen, läßt ſich annehmen“ oder ganz kurz durch das Adverbium „wohl“ mit Beibehaltung der griechiſchen Modusform in der deutſchen Uebertragung.„Wenn ſie es geſehen, dann ſagten ſie es(nehme ich an, läßt ſich annehmen) wohl.“ So dürfte auch das von den alten Grammatikern angeführte Beiſpiel in folgender Weiſe am entſprechendſten wiedergegeben werden: „Wenn Alexander die Helena nicht geraubt hätte, dann ging Troja(nehme ich an, iſt anzunehmen) wohl nicht zu Grunde.“— Auch macht es einen ganz bedeutenden Unterſchied, ob nach einem vor⸗ ausgeſchickten hypothetiſchen Vorderſatze in dem hypothetiſchen Nachſatze ein hiſtoriſches Tempus mit oder ohne„ geſetzt wird, und gerade dieſer Unterſchied mag als ein überzeugender Beweis für die die Ausſage ſubjectivirende Kraft und Bedeutung unſerer Partikel angeführt werden. Steht im Nach⸗ ſatze nämlich ein hiſtoriſches Tempus ohne àr, ſo wird an eine objective Vorausſetzung einfach und bloß hiſtoriſch eine objective Behauptung geknüpft. Wird aber in dem Nachſatz noch ây hinzugeſetzt, ſo wird damit nicht eine objective, ſondern eine ſubjective Behauptung ausgeſprochen, es wird nicht der Thatbeſtand geſchildert, ſondern die Anſicht, das Urtheil, die Meinung des Referirenden mit⸗ getheilt. 11 ölts eudureuds zaαα diοανννσι, i dvεννς εmsyerero zi qloft dai0 ꝓςα κ*ν 41). Thuc. III, 74. Thuchdides berichtet hier die geſchichtliche Thatſache, daß die ganze Stadt in Gefahr war, ein Raub der Flammen zu werden. Würde ſtatt deſſen de*.ροe àdν ſtehen oder exudòννενασεν deν ϑιασςνανsνᷣαα‿ ſo würde damit nur des Thucydides Meinung über die große Gefahr, in der die Stadt ſchwebte, ausgedrückt ſein.— El d αrocrijra oναάeν ois„ε‿σάηνν dμνν neεννεουν oν duo‿νε ⁴⁵). Thuc. III, 55. An die Objectivität der Vorausſetzung:„Wir wollten nicht abtrünnig werden“, iſt hiſtoriſch die Objectivität der Folgerung:„Wir thaten damit nicht Unrecht“ geknüpft. Wäre das ſubjective Element der Annahme beigefügt, ſo würde dem oun 7diαo?ε dadurch ausdrücklich ſeine Objectivität entzogen, es würde zunächſt der Hauptſatz den Schein einer Nichtwirklichkeit erhalten, dieſer Schein aber würde ſich von ihm aus auch rückwärts auf den Vorderſatz verbreiten. Im letzteren Falle wäre zu überſetzen: Würden wir auf euer Geheiß von den Athenern nicht haben abfallen wollen, ſo thaten wir, iſt anzunehmen, nicht unrecht, ſo würden wir nicht unrecht thun.— Dagegen vergleiche man folgende Stellen, wo à oder aèr ſteht; ſo wird
44) Die ganze Stadt war in Gefahr vernichtet zu werden, wenn zur Flamme ein gegen die Stadt wehender Wind trat(getreten wäre, ſagen wir im Deutſchen). 45) Haben wir aber auf cuer Geheiß von den Athenern nicht abtrünnig werden wollen, ſo thaten wir da⸗ mit kein Unrecht. 3


