Aufsatz 
Die hypothetischen Sätze in der griechischen Sprache, mit besonderer Berücksichtigung der Partikeln an und ken
Entstehung
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Wirklichkeit aus beurtheilt die Partikel der Objettivität des Indicativs etwas nimmt, der Sabjectivität des Optativs etwas gibt, indem ſie den erſteren Modus dem Gebiete der Subjettivität, den letzteren dem der Objectivität näher rückt, ſo daß beide Modi in der Verbindung mit ⅜ν eine eigenthümliche Stellung zwiſchen reiner Objettivität und reiner Subjectivität einnehmen. Dieß erklärt ſich nun vollkommen aus dem eben aufgeſtellten Begriff. Indem die Setzung eines Wirklichen ein ſubjectives, aber auch ein objectives Element in ſich ſchließt, wird durch deren Beigabe die reine Objectivität des Indicativs und die reine Subjectivität des Optativs ſo geändert, daß erſterer mit einem ſubjectiven, letterer mit einem objectiven Element verſetzt erſcheint ⁴³).

Wir geſtehen, wir bewundern den Geiſt und Scharfſinn, womit⸗ Bäunlein dieſe ſeine Theorie hier ausgeſprochen und in allen einzelnen Theilen in ſeinem nicht genug zu empfehlen⸗ den Werke durchgeführt hat. Gleichwohl können wir ihm nicht unbedingt beipflichten. Aber auch die Anſichten Hermanns und Reiſig's befriedigen uns nicht vollkommen. Wir ſtimmen Bäumlein bei, wenn er ⅞⅜ν die Function zuertheilt, die Setzung, Sumtion, Annahme von irgend Etwas zu bezeichnen. Denn offenbar wird durch nicht eine Wirklichkeit ſelbſt, ſo wenig als eine objective Möglichkeit angedeutet, ſondern nur die Setzung, Annahme der einen oder der andern von Seiten des Redenden. Das iſt der unmittelbare Eindruck, den die Partikel in den verſchiedenſten Stellen, in welchen ſie ſich findet, auf uns wenigſtens gemacht hat. A bezeichnet, daß der Redende unter den gegebenen Umſtänden, unter den angeführten Vorausſetzungen geneigt iſt, Dieſes oder Jenes auzu⸗ nehmen, zu urtheilen, zu behaupten; à deutet auf eben dieſe Umſtände, Vorausſetzungen hin, durch die der Redende zur Annahme, Behauptung dieſer oder jener Wirklichkeit oder Möglichkeit beſtimmt wird. A iſt alſo jedenfalls zunächſt eine rein ſubjective Partikel; ſie kann mit Recht als die Partikel des ſubjectiven Nachdrucks bezeichnet werden. Ihr Gebiet iſt einzig das ſubjective; ſie kann an und für ſich an den objectiven Verhältniſſen nichts verändern; ſo wenig als ſie die objective Wirklichkeit zur bloßen Möglichkeit herabdrücken kann, vermag ſie die Möglichkeit zur Wirklichkeit hinaufzurücken; aber inſofern ſie die Beſtimmung hat, das perſönliche Urtheil des Redenden über die feine wie über die andere zu bezeichnen, hat ſie allerdings die Kraft, die reine Objectivität derſelben aufzuheben, die objective Behauptung in eine ſubjective zu verwandeln, die Thatſachen aus dem Reiche der Wirklichkeit in das der bloßen Vorſtellung zu verſetzen, ihren objectiven Charakter ihnen zu benehmen und das Gepräge des ſubjectiven Urtheils, den Anſtrich und die Färbung des bloß Gedachten, bloß Vorgeſtellten ihnen zu verleihen. Betrachten wir zum Beweiſe des Geſagten är in ſeiner Verbindung mit den hiſtoriſchen Tempora, ſo iſt es bekannt, daß dieſe für ſich allein aus⸗ drücken, daß irgend eine Handlung oder ein Ereigniß in der Vergangenheit ſtattgefunden hat. Tritt aber àν zu den genannten Tempora, ſo wird der Charakter der Ausſage ganz und gar geändert; die reine Objectipität der Behauptung, daß eine Handlung wirklich vollbracht, ein Ereigniß ſich wirk⸗ lich zugetragen hat, wird durch die Beifügung des ſubjectiven Elementes der Annahme beſeitigt, das Obiective und Faktiſche der Handlung wird aufgehoben, das Faktum wird zur bloßen Vorſtellung, die objective Ausſage wird zur ſubjectiven. Dieſe umwandelnde Kraft des iſt ſo groß, daß die alten Grammatiker von ihr ſagten:Tueyoröra 7⁴ν τπeοπmQmQνάκον ο Gνν⁴εαρ dαεν Ʒέεε, und daß man wirklich verſucht ſein könnte zu ſagen, à habe negative Kraft und bezeichne in Verbindung mit den hiſtoriſchen Tempora, daß eine Handlung nicht ſtattfinden könne oder nicht ſtattgefunden habe, diene alſo zum Ausdruck einer Nichtwirklichkeit. Allein d hat keineswegs negative Kraft, und Aero d, oder roarro dy iſt an und für ſich ſo wenig verneinend, als:Sie würden ſagen oderSie würden thun. Auch iſt die Andeutung einer Nich htwirklichkeit durch die genannte Verbindung offenbar

49) Vgl. Bäumlein a. a. O. S. 83.