Aufsatz 
Die hypothetischen Sätze in der griechischen Sprache, mit besonderer Berücksichtigung der Partikeln an und ken
Entstehung
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unſerer Partikel hervorgegangen. Die alten Grammatiker gingen nämlich von der richtigen Anſicht aus, daß dα᷑* in Verbindung mit den hiſt. Temp. die reine Objectivität des Indicativs aufhebe; ſie ſagten deßhalb, à rücke die Ausſage aus dem Gebiete der Wirklichkeit in das der Möglichkeit (r&ιεασdνα oduαm i 10 diααα), um nicht ſagen zu müſſen, y habe negative Kraft. Aber bei einer Begriffsbeſtimmung der Partikel« muß offenbar nicht bloß auf ihre Verbindung mit dem Indicativ der hiſtoriſchen Tempora und mit dem Optativ, ſondern auch auf die mit dem Conjunctiv, wie auf jene mit dem Indicativ des Präſens ²³⁸) und Futurs Rückſicht genommen werden, und da es in der Natur dieſer Tempora und Modi liegt, in Verbindung mit à weit mehr eine Wirklichkeit, als eine Möglichkeit zu bezeichnen, ſo iſt unſere obige Behauptung, daß die Benennung uντ⁴³εαος duurezos eine einſeitige iſt, hinlänglich bewieſen. Die zweite Theorie, nach welcher à die Bedingtheit der Ausſage bezeichnet, iſt zuerſt von Fr. Thierſch und G. Hermann aufeeſtellt worden. Dieſelbe iſt in faſt allgemeine Aufnahme gekommen. Thierſch ²) gibt folgende Beſtim⸗ mung:Die Partikeln deuten an, daß neben der Sache noch irgend ein beſtimmender Umſtand die Vorſtellung beſchäftige, und der Gedanke durch dieſen beſchränkt oder bedingt ſei. Sie umfaſſen dem⸗ nach das ganze Gebiet gedachter Fälle, der Wahrſcheinlichkeiten, der Schwierigkeiten, mit einem Worte der Bedingtheit deſſen, was als ſeiend oder geſchehend gedacht wird, und treten deßhalb in zahlloſen Fügungen in immer neuen Geſtalten auf. Hermann) ſchreibt p. 6:Quum particulae d ea ubique vis sit, ut ad aliquam conditionem referatur, quae conditio saepe adjungitur, ubi autem non est addita, tamen cogitari debet, p. 13:Particulae et zdr, quoniam con- ditionis significationem continent, verbo quidem carere non possunt, p. 84:Conjunctivus usurpatur, ubi experientiae comprobatio respicitur, in quo genere potest addi αν vel*ν, si vocabulum, cui adjicitur, conditionem aliquam rei fortuitae admittit. Dieſer Anſicht ſind auch beigetreten Bernhardy ²s), indem er ihr Weſen in den Ausdruck einer bedingten Möglichkeit ſetzt, Matthiä ²0⁰), welchem urſprünglich dazu gedient zu haben ſcheint, das hypothetiſche Verhältniß einer Handlung oder Begebenheit zu einer andern auszudrücken, Hartung ³⁰), welcher darüber be⸗ merkt:Die Partikel involvirt eine Bedingung, oder weiſt auf dieſelbe zurück, wenn ſie ausdrücklich ausgeſprochen iſt. Dieß darf, als ein Reſultat, das ſich Allen, die ihren Fleiß der Partikel gewidmet haben, aufgedrungen hat, für ſicher angenommen werden. In ähnlicher Weiſe äußert ſich Butt⸗ mann ²¹): zeigt an, daß dasjenige, was in der Ausſage enthalten iſt, als von gewiſſen Be⸗

25) Daß mit dem Indicativ des Präſens verbunden werde, hat man früher beſtritten; es finden ſich jedoch bei Homer einige Stellen, wo zur Milderung der ſicheren Behauptung d᷑* oder 24 dem Indicativ des Präſens beigefügt iſt. Mit Uebergehung der Stellen, in welchen das apoſtrophirte« und wahr⸗

ſcheinlich für ſteht, berufen wir uns auf Jl. XIV, 484: ris evTera dr9.(Drum wünſcht ja wohl auch ein Mann.) Vergl. 0d. I, 316, II, 86, Jl. II, 238, XXII, 67. Bei den Attikern finden ſich nur wenige Beiſpiele von dieſer Verbindung, und dieſe ſind von der neueren Kritik beſeitigt worden, indem man entweder die Modusform oder an verändert hat. Jedoch widerſtrebt es nicht dem Geiſte der griechiſchen Sprache, äy oderey mit dem genannten Modus zu verbinden, und man iſt im Streichen und Verbeſſern wahrſcheinlich zu weit gegangen. Vergl. namentlich Plato Apol. p. 4, 1, 6, wo unter den 16 Hdſſ. Bekkers fünf der beſſeren, darunter der cod. Bodl. und ebenfo mehrere von Stallbaum verglichene Handſchriften rig du aur ꝙςᷣ Ʒετει haben.

26) Vgl.§. 292. 2. 3

27) Hermann de particula&r libri IV. Lips. 1831. Derſelbe bemerkt über die Verbindung des Optativs mit är in der oratio recta S. 159:Satis planum esse putamus, propriam hujus constructionis vim esse eam, ut opinio cum conditione conjuncta significetur.

28) Bernhardy's wiſſenſchaftliche Syntax S. 390.

29) Matthiäs ausführliche Grammatik§. 598(S. 1195).

30) Hartung in ſeiner Partikellehre II. Thl., 10. Abſchn. S. 222 f.

31) Griechiſche Grammatik von Buttmann S. 383.