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Vorgange der einheimiſchen griechiſchen Grammatiker ward ᷑„ auch nach wieder erwachtem Studium der griechiſchen Sprache bis in die neueſten Zeiten herab faſt allgemein als cudecuos duuetzög be⸗ zeichnet?*). Die Theorie, welche ã„ die Kraft beilegt, eine Möglichkeit zu bezeichnen, iſt ſomit die älteſte und bis auf G. Hermann und Thierſch allein verbreitete geweſen; ſie hat in neuerer Zeit zu ihren vorzüglichſten Vertretern Reiſig und Krüger. Erſterer beſtimmt die Bedeutung unſerer Partikel dahin 22):„A particula aliquid fieri per caussarum quandam cohaerentiam posse indicat“, und Krüger ²³):„A etwa bezeichnet eine durch Umſtände bedingte Möglichkeit.“ Allein, ſo ſehr wir den Scharfſinn anerkennen, womit der Erſtgenannte ſeine Anſicht durchgeführt hat, und ſo ſehr wir auch geneigt ſind zuzugeben, daß die Theorie deſſelben in manchen einzelnen Theilen unſere ganze Beachtung verdient, ſo können wir doch darin keineswegs mit ihm übereinſtimmen, daß ar eine objective Möglichkeit, ein d αόa]ausdrücken ſoll. Zwar verwahrt ſich Reiſig ſelber gegen eine derartige Auffaſſung, indem er p. 99, 139 ff. jede Verwechſelung der Partikel mit dem Begriffe von dααςαν ablehnt und namentlich bemerkt, daß der Grieche wohl ſagen könne: 201 dJu„duεea Tersada oun dy pevmro, daß es aber dem griechiſchen Sprachgebrauche zuwider ſei zu ſagen: n0dd vYerεςσνσαι Ʒοdνεαςα od dörgrat yeεα Wenn wir aber dagegen halten, daß Reiſig p. 116 der Partikel geradezu die possibilitas beilegt, daß er p. 121 ſagt: quum dν ad copiam efficiendae rei spectet, beſonders aber, wenn wir in Betracht ziehen, was er über die Verbindung des Conjunctivs mit&„ p. 102 bemerkt ²⁴); ſo werden wir uns hinlänglich überzeugen, daß die auf dem Zuſammen⸗ hange der Urſachen beruhende Möglichkeit(fieri posse per caussarum quandam cohaerentiam) von nichts Anderm, als von der objectiven Möglichkeit, deren Ausdruck eben dαασανσα‿νι iſt, verſtanden werden kann. 29109 isr do* 13112s d nnan Nun liegt aber die Bedeutung unſerer Partikel keineswegs auf objectivem, ſondern auf ſub⸗ jectivem Gebiete; ihre Beſtimmung kann deßhalb auch in keinem Falle ſein, eine objective Möglichkeit zu bezeichnen. Wohl kann ᷑ν in Verbindung mit dem Indicativ eines hiſtoriſchen Tempus oder mit dem Optativ bisweilen durch„können“ überſetzt werden; aber das iſt kein Grund, der uns zur An⸗ nahme, daß ar eine objective Möglichkeit bezeichne, beſtinmen darf, um ſo weniger, als ãr weder mit dem Conjunctiv, noch in allen Fällen mit den beiden genannten Modus eine derartige Ueber⸗ tragung zuläßt. Wie unpaſſend es aber iſt, à„ für gleichbedeutend mit döraoda zu nehmen, mag zur Genüge aus Xen. Cyrop. I, 1, 4 erhellen: 6 ιν¶ ꝙεμε osGεeæõↄor udr duνν᷑ e ⁸νu emda, dyνν I'r,&l rod 4ατο ιειρονσ eνν dανένοετ. Hier kann dr unmöglich eine objective Möglich⸗ keit, ein d5ααμνι, im Stande ſein bezeichnen; vielmehr dient es, den Begriff von d αασ να‿νι ebenſo zu modificiren, wie den von a„αꝙ. Vergl. Jd. I, 1, 1, 5, 3. Auch daraus, daß die alten Grammatiker ν Ʒαοαμοο uirös(partieula potentialis) benannt haben, kann kein Grund zur obigen Annahme hergeleitet werden. Denn dieſe Benennung iſt, wie jeder wohl unterrichtete Kenner des griechiſchen Sprachgebrauches zugeben muß, aus einer einſeitigen Beobachtung der Anwendung
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21) Vgl. Poppo de usu particulae& apud Graecos(erweitert und berichtigt in den miseell. erit. von Friedemann und Seebode Vol. I, part. I.).— Klotz in den Zuſätzen zu Devarius de graecae linguae particulis. Vol. II. p. 99 ff.— Vigeri de gr. dict. idiotismis I. ed. IV p. 478 ff.
22) Reisig commentatio de vi et usu ày particulae p. 99.
23) Krüger's griechiſche Sprachlehre für Schulen 1843, zweites Heft, S. 310.
24) Reiſig bemerkt über dieſe Verbindung: Quoniam conjunctivus potestatem alicujus rei objectivam declarat, quae sine caussarum conjunctione ne cogitari quidem possit, ideo conveniens est visum loquentibus, aequalem particulam aequali conjunctivo modo admiscere, quia paria paribus facillime sociantur: nec tamen nunquam omittere, quia conjunctivus satis sua vi aliquid fieri posse ex rei natura duotum demonstrat.


