Aufsatz 
Geschichte des evangelischen Gymnasiums A.B. in Hermannstadt
Entstehung
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verpflichtet, mit dem Wunsche, es möge ihm noch recht lange vergönnt bleiben, im Dienste unserer heimischen Geschichtsforschung thätig zu bleiben. Der Lehrkörper nahm am Beginn des laufenden Schuljahres feierlichen Abschied von dem scheidenden Arbeitsgenossen.

8. Die erledigte Gymnasiallehrerstelle wurde von dem löblichen Presbyterium in seiner Sitzung vom 27. August 1895 dem Kandidaten des Lehramtes und der Theologie Herrn Dr. Friedrich Schuller verliehen und diese Wahl von dem hochlöblichen Landeskonsistorium mit Erlass vom 6. September 1895 Z. 1993/895 bestätigt.

9. Die Direktion wird mit Landeskonsistorialerlass vom 30. September 1895 Z. 2187 davon verständigt, dass mit der Visitation des Hermannstädter Gymnasiums und der Realschule im Schuljahre 1895/96 der k. ung. Oberstudiendirektor des Hermannstädter Schuldistrikts, Herr kön. Rat Josef Elischer durch Erlass des hohen k. ung. Ministeriums für Kultus und Unterricht vom 17. September 1895 Z. 50828 betraut worden sei.

10. Auch in diesem Schuljahr war die Teilung der I. und II. Realklasse in zwei Parallelabteilungen erforderlich. Auf den diesbezüglichen Antrag der Direktion bewilligte das löbliche Presbyterium mit Entscheidung vom 11. September P.-Z. 603/95 die für die Parallelklasse erforderlichen Kosten.

11. Die Namensfeste Ihrer Majestäten des Königs und der Königin feierte das Gym- nasium, die Realschule und die Elementarschule am 4. Oktober und 19. November in her- kömmlicher Weise. Die bezüglichen Festgebete, eingeleitet mit Gesang, hielten die Religions- lehrer Franz Arz und Wilhelm Weiss, worauf der Gesang der Volkshymne folgte.

12. In der Sitzung des löblichen Presbyteriums vom 10. Oktober 1895 wurde der bis- herige Elementarlehrer Herr Rudolf Haner, welcher seit dem Schuljahre 1891/92 zur vollen Zufriedenheit der vorgesetzten Behörde an der Elementarschule gedient hatte, zum ordentlichen Lehrer an der Mädchenbürgerschule gewählt.

13. In der Sitzung des löblichen Presbyteriums vom 30. Oktober 1895 wurde der bisherige Supplent an der Elementarschule Herr Friedrich Reissenberger zum Lehrer und der Kandidat des Lehramtes und der Theologie Herr Otto Phleps zum Supplenten an der Elementar- schule gewählt.

14. Am 4. November 1895 wurde der Gymnasialprofessor Herr Heinrich Müller von der ev. Kirchengemeinde Schönberg im Grossschenker Kirchenbezirk, zum Pfarrer gewählt und legte infolge dessen am 10. Dezember sein Lehramt nieder. Er ist seit dem Schuljahr 1881/82 in dem Schuldienst der Hermannstädter ev. Kirchengemeinde gestanden, zuerst an der mit dem ev. Gym- nasium verbundenen Bürgerschule, dann an der Mädchenschule und seit 1885/86 an dem Gym- nasium. Die Anstalt verliert an ihm einen kenntnisreichen und pflichttreuen Lehrer. Indem ihm die Schule für seine erspriesslichen Dienste auch an dieser Stelle ihren Dank ausspricht, begleitet ihr Glück- und Segenswunsch ihn auch in die neue Amtsstellung.

15. Am 27. November 1895 starb in einem Alter von 76 Jahren der um unsere Schule und die heimische Wissenschaft hochverdiente Gymnasialprofessor Ludwig Reissenberger, welcher nach einer 30-jährigen Dienstzeit im Jahre 1880/81 in den Ruhestand getreten war. Die früheren Kollegen des Verstorbenen, die fast ohne Ausnahme auch zugleich seine früheren Schüler waren, beteiligten sich an dem Leichenbegängnisse. In einer letztwilligen Verfügung hat der Verewigte in treuer Gesinnung gegen die Schule derselben gedacht. Seine Bücher- sammlung und Manuskripte hat er dem Brukenthal'schen Museum, mehrere physikalische Instrumente, darunter 2 vorzügliche Barometer und mehrere feine Thermometer, dann eine kleine petrographische Sammlung dem Gymnasium vermacht. Bezüglich eines Legates von